Die Rechtsdiensleister Inkasso • Gütestelle • Zwangsverwaltung

Es kommt regelmäßig vor, dass sich Schuldner, insbesondere Unternehmen, sich auf unsere Zahlungsaufforderung hin melden und uns mitteilen, was wir tun dürfen und was nicht. Meistens wird uns auch noch erklärt, wie wir es zu tun haben.

Einen solchen allwissenden Schuldner hatten wir heute auch. Heute morgen erhielten wir ein Fax in dem er uns unter anderem erklärte, dass wir ihm eine Vollmacht zuschicken sollten, damit er unsere Legitimation prüfen kann.
An sich kein Problem und auch völlig korrekt. Das Problem ist nur, dass er die Vollmacht mit dem Schreiben erhalten hat, auf welches er uns nun antwortet. Daran soll es aber nicht scheitern und er bekommt gerne noch eine zweite und notfalls auch dritte, vierte oder eben so viele Vollmachten, bis er sein Büro damit tapezieren kann.

Weiter ging es mit der Aussage, dass er Mängel geltend gemacht habe. Gut möglich das er das getan hat, nur eben weder bei uns noch bei unserem Mandanten. Dieser hatte bisher nichts davon gewusst, zumal die vom Schuldner geltend gemachten Mängel gar nicht bestehen können, weil unser Mandant die bemängelte Arbeit gar nicht ausgeführt hat.

Als nächstes erklärte er uns, dass unsere Inkassokosten völlig unberechtigt geltend machen würden und auch keine Verzugszinsen angefallen seien. Zudem meinte er hinweisen zu müssen, dass wir als Inkassounternehmen verpflichtet sind, die Berechnungsgrundlage unserer Gebühren zu benennen. Wo das steht errät er uns leider nicht. Zumal ein Blick in die Forderungsaufstellung verraten hätte, dass wir uns an den Gebühren der RVG orientieren. Wie wir finden die einzig sinnvolle Berechnungsgrundlage, zumal die Kosten vor Gericht notfalls sowieso auf die eines Rechtsanwalts gekürzt werden würden.

Auch sollen wir die Gebührenhöhe nicht angegeben haben. Fraglich ist dann allerdings, was der von uns angegebene Betrag soll, den wir nach der Gebühr mit einem Eurozeichen ausgewiesen haben.

Der Schuldner scheint sogar einer der schlauen Sorte zu sein, zumindest hat er einen Blick in die RVG geworfen und entdeckt, dass die von uns analog Nr. 2300 VV RVG berechnete Geschäftsgebühr eben genau dort zu finden ist.  Allerdings gibt er sich damit nicht zufrieden, sondern zaubert sogar noch eine gesetzlich zugestandene Inkassogebühr aus dem Hut, die wir angeblich überschritten hätten. Welches Gesetz die Inkassogebühren bestimmt scheint er aber auch nicht zu wissen. Schade eigentlich, wir nämlich auch nicht.

Auf alle Fälle sei unsere Gebühr (die sich an einer 1,3 Geschäftsgebühr orientiert) viel zu hoch und würde den gesetzlich zugestandenen Gebührenrahmen übersteigen. Wir mögen bitte die Gebührenhöhe, eine tatsächliche Aufstellung der Gebühren sowie die Berechnungsgrundlage benennen.

Wir werden dem Schuldner, der es wohl dank seinem unbegrenzten Fachwissen sogar zum Geschäftsführer geschafft hat, erklären, dass es weder eine gesetzlich festgelegte Inkassogebühr gibt, noch wir eine seiner vielen Wünsche erfüllen können, da diese allesamt bereits durch unser erstes Schreiben erfüllt wurden. Ein Blick in das besagte Schreiben wird ihm sicherlich helfen die Antwort auf all seine Fragen zu finden.


13 Kommentare zu Allwissend

  • Sollte es sich um eine GmbH handeln, empfiehlt sich regelmäßig ein Blick auf die älteren Jahresabschlüsse:
    http://www.ebundesanzeiger.de/

    Bei den Gesellschaften mit den unverschämtesten Geschäftsführern, welche auch am Telefon keine Manieren zeigen und mit Beleidigungen um sich werfen, ist meiner Erfahrung nach nicht selten eine buchmäßige Überschuldung festzustellen.

    • Das Unternehmen ist noch relativ jung und erst mit Beginn des Jahres gegründet worden. Einer eMail zufolge, die der Geschäftsführer meinem Mandanten im Vorfeld geschickt hatte, hatte das Unternehmen aber schon vor drei Monaten finanzielle Engpässe.
      Vielleicht sollten wir uns überlegen, ob wir nicht mal Insolvenzantrag stellen. Ob ihm das wohl gefällt?

  • Also in einem Falle gegen einen Bekannten wurde nach einem Mahnbescheid in das streitige Verfahren übergeleitet und die Richterin hat der Gegenseite direkt auf die Klagezustellung hin geschrieben, dass Inkassokosten reglemässig nicht geltend gemacht werden können, da sie sich direkt einen Anwalt hätte nehmen können.
    Was nun?

    • Entweder der von Ihnen geschilderte Einzelfall war so speziell, dass die Richterin hier eine andere Auffassung vertreten hat, oder die Richterin hat schlicht und einfach die mittlerweile überwiegend vertretene Auffassung, wonach Inkassokosten generell in der Höhe entsprechender Anwaltskosten erstattungsfähig sind, übersehen.

      Siehe auch http://www.inkassokosten.com

  • OLG Köln, Urteil vom 03.04.2006, Az. 16 U 65/05
    (Keine Erstattung von Inkassokosten)

    • Es gibt durchaus genügend gegenteilige Entscheidungen, die die Erstattungsfähigkeit bejahen. Die überwiegende Meinung in der Rechtsprechung ist unbestritten für eine Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten in Höhe entsprechender Anwaltskosten.

      • Da stimmt wohl eher das Gegenteil !
        Es gibt kein einziges nachprüfbares Gerichtsverfahren in welchem expl wg Inkassogebühren eines ext beauftragten IB erfolgreich geklagt wurde

  • Eine weitere Möglichkeit wäre noch, dass diese Richterin z. B. im LG-Bezirk Braunschweig oder Berlin sitzt. Dort wehrt man sich auch mit Zähnen und Klauen gegen Zubilligung von Inkassokosten.

    • Da kann man ja nur hoffen, dass die Richter bei Ihnen dort oben nicht in jeder Hinsicht so engstirnig und eigensinnig sind.

      • Also ich hab bislang nur einen wirklich engstirnigen Richter kennengelernt, der hat aber auch Inkassokosten zugesprochen. Wie ich meine mit einer sehr zweifelhaften Begründung, selbst den Verzugseintritt hat er erst mit Mühe und Not konstruiert. Aber er hat dazugelernt. Er soll immer noch etwas engstirnig sein, nickt aber Inkassokosten nicht mehr ab. Berliner eben ;-)

  • Jetzt habe ich das Prinzip verstanden: Richter, die die Erstattung von Inkassokosten ablehnen, sind engstirnig und eigensinnig.
    Im Übrigen können noch so viele Urteile gegen die Erstattung von Inkassokosten hier aufgeführt werden; die Urteile für die Erstattung sind immer in der Mehrheit.

    • Ja scheint so, jedenfalls gibt es auch bei Gerichten in Brandenburg häufig schon mit der Setzung der Frist zur Klageerwiderung den Hinweis des Gerichts, dass die geltendgemachten Inkassokosten nicht erstattungsfähig sind.

      Man fragt sich auch immer wieder, wer als Gläubiger ein Inkassobüro beauftragt und dabei das gleiche Honorar verenbart, das auch bei Beauftragung eines Rechtsanwalts angefallen wäre. Spätestens im streitigen Verfahren wäre die direkte Beauftragung des Anwalts günstiger.

      Guckt man sich dann die wirklich vereinbarten Konditionen an, dann wird klar, dass es sich letztlich um nichts anderes als um einen Vertrag zu Lasten Dritter handelt. Entweder der Schuldner zahlt die Inkassokosten oder niemand. Und damit nicht schon ein Blinder merkt, wo der Hase läuft, akzeptiert das Unternehmen dann an Zahlungs statt auch eine Abtretung der Gebühren an sich selbst.

      Wo liegt da dann bitte der Verzugs_schaden_?

    • Bin anderer Meinung
      Wenn ich mir die angeblichen Pro Inkassourteile z.b auf Wiki im Detail anschaue in welchem bei manchen AZ teilweise lediglich eine Hand Voll € an Inkassogebühren als erstattungsfähig gesehen wurden frage ich mich wieso man das als Pro Inkasso AZ sehen kann

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