Die Rechtsdiensleister Inkasso • Gütestelle • Zwangsverwaltung

Private Schuldner sind meistens ja schon recht resistent gegen jegliche Art von Mahnung und auch Firmenschuldner sind noch recht gut in den Griff zu bekommen. Anders sieht es da jedoch bei den Kommunen aus.

Man stelle ich nur mal die Situation vor:

Ein Handwerksbetrieb erhält nach langem Kampf mit den Mitbewerbern endlich den Zuschlag für ein Projekt, führt dies in der geforderten Zeit durch und leistet gute Arbeit im Rahmen der ihm von der Gemeinde gesetzten Möglichkeiten.
Nach Abschluss der Arbeiten stellt der Betrieb zugüig seine Rechnung und hofft auf schnelle Bezahlung, da er meistens mit nicht ganz unerheblichen Summen bereits in Vorleistung getreten ist.
Aber anstatt zu bezahlen, fängt nun der Spaß für die Gemeinden erst richtig an. Das lustige Spielchen „Wer findet noch etwas, was wir kürzen könnten“ scheint dort hoch im Kurs zu stehen. Kaum eine Rechnung wird ohne auch nur die kleinste Beanstandung sofort bezahlt. Wobei „sofort“ nicht im Wortsinn verstanden werden darf. Das Schöne darin ist meistens auch, dass man nicht auf einen Schlag jeden „Mangel“ bemängelt, sondern das dies meist scheibchenweise geschieht. Eigentlich auch logisch, kann doch die Kommune so eine Menge Geld sparen, welches sie im Zweifel noch nicht mal hat. Alleine die Zinsen locken hier schon, dass man lieber noch irgendetwas sucht, was man vielleicht bemängeln könnte, anstatt das man die Rechnungen zügig bezahlt.
Selbst wenn dann mal alle „Mängel“ ausgebessert sind und die Abnahme endlich erfolgt ist, heißt das aber noch lange nicht, dass damit die Sache auch erledigt wäre und die Rechnung beglichen wird. Wieso auch, kann man doch jeden Tag den man die Rechnung zurückhält ein paar Zinsen abstauben.
Erlaubt sich dann der Unternehmer frecherweise auch noch zu mahnen, passiert meistens gleich zweimal nichts. So jedenfalls habe ich bisher die Erfahrung gemacht. Erst wenn dann wirklich das Maß voll ist und die Geduld und Leidensfähigkeit des Unternehmens erreicht ist, oder wenn langsam aber sicher bereits die Insolvenz winkt und die Hilfe eines Inkassounternehmens in Anspruch genommen wird, erst dann passiert meistens etwas.
Das die Kommune dann aber bereits seit geraumer Zeit im Verzug ist und somit nicht nur Verzugszinsen, sondern auch noch die Inkassokosten tragen muss, dass interessiert dort meistens auch niemanden. So wird meist der Rechnungsbetrag überwiesen, mal vollständig, mal mit der ein oder anderen neuen Kürzung, aber die Verzugsschäden werden großzügigerweise übergangen. Auch die erneute Geltendmachung der Verzugsschäden hilft selten, meistens ist es daher angebrachter direkt mit dem Mahnbescheid auf diese Art der Zahlungsverweigerung zu antworten.
Nicht selten legt dann jedoch die Kommune Widerspruch ein, da man ja schließlich eine Rechtsabteilung hat und somit die Angelegenheit gerne auch vor Gericht ausgetragen werden kann. Kostet ja nichts, könnte man meinen.

Irgendwann kommt man jedoch meistens zu seinem Geld und kann die Forderung für den Mandanten beitreiben. Wobei hier die Inkassokosten mehr als Schmerzensgeld anzusehen sind, von einem Honorar kann man hier wirklich nicht sprechen.

Bleibt nur die Hoffnung, dass man durch Beharrlichkeit eines Tages zumindest eine kleine Verbesserung im Bezug auf die kommunale Zahlungsmoral erreichen kann. Es kann einfach nicht sein, dass Unternehmen wegen nicht oder nicht rechtzeitig zahlender Kommunen in die Insolvenz getrieben werden und etliche Mitarbeiter sich beim Amt melden können.
Rechnet man das alles gegen die paar Euro Zinsen auf, die man sich so vielleicht spart, steht das in keinem Verhältnis.
Aber was soll’s, wir haben’s ja!


6 Kommentare zu Das Kreuz mit den Kommunen

  • Entschuldigung aber dieses Verhalten von Kommunen ist doch seit Jahr und Tag bekannt. Es handelt sich auch nicht um Einzelfälle sondern es zieht sich epidemisch quer durch Deutschland.

    Wer unter diesen Umständen Geschäfte mit Kommunen macht, der ist selbst schuld und dem ist auch nicht zu helfen. Sorry.

    An als zahlungsunwillig bekannten Kunden liefert man sonst nur gegen Vorkasse. Das ist vernünftig. Warum wird bei Kommunen jede Vernunft über Bord geschmissen und durch das Prinzip Hoffnung ersetzt?

    Wegen dem Wettbewerb? – Albern. Soll doch der Wettbewerber den Auftrag übernehmen – und dann auf sein Geld warten.

  • Ich kenne keinen Handwerker, der nur von den Kommunen lebt.
    Wenn die Handwerker zu lange auf ihr Geld warten müssen, verzichten sie halt das nächste mal auf die Aufträge.
    Entweder finden sich andere, oder die Kommune bekommt keinen Handwerker mehr. Dann muss das System intern überdacht werden.
    Da unter den örtlichen Handwerkern immer auch ein paar in Politik oder Vereinsleben aktiv sind, ufert das aber in der Regel nicht aus, da es sonst zu bösem Geschrei kommen würde.

    • Das stimmt natürlich, oft sitzen gerade die großen Bauunternehmer auch im Gemeinderat und haben so natürlich immer die neuesten Informatationen wenn irgendwo im Ort etwas gebaut werden soll. Das die dann auch keine großen Probleme mit der Bezahlung haben kann ich mir nur zu gut vorstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

So erreichen Sie uns


Die Rechtsdienstleister


Mörikestraße 1
71131 Jettingen


Tel: 07452 - 75 08 29 1
Fax: 07452 - 75 08 29 0
eMail: info@die-rechtsdienstleister.de


Bürozeiten:


Montag - Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr
und 13.00 - 17.00 Uhr


Freitag 8.30 Uhr - 12.00 Uhr und
13.00 - 15.00 Uhr


Termine nur nach Vereinbarung!