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Seit Montag sendet Kabel 1 täglich um 19 Uhr die Reihe „Die Geldeintreiber – Gnadenlos gerecht“ und will damit den Zuschauern den Arbeitsalltag eines Inkassounternehmens nahe bringen.

Wie es auch fast nicht anders sein kann für ein solches Format werden sämtliche Klisches gegenüber Inkassounternehmen bedient. Daher gehen Chef Sammy und sein Kollege Machete natürlich auch nur in schwarz zum Schuldnerbesuch und stählen ihre Muskeln natürlich auch regelmäßig im Fitnessstudio. Das sich die beiden „seriösen Geschäftsmänner“ gleich im Vorspann, der bei“ Abenteuer Leben“ gezeigt wurde, prügeln passt natürlich auch ins Bild vom bösen schwarzen Mann.
Nett ist auch der angebliche Anwalt, der, wie sein Chef Sammy so treffend formuliert hat, immer schnell den Papierkram unterschreibt, damit die beiden Eintreiber loslegen können. Abgesehen davon, dass ich nicht davon ausgehe, dass der „Anwalt“ wirklich über eine Zulassung als Rechtsanwalt verfügt, glaube ich nicht, dass sich auch nur ein Anwalt finden wird, der halbwegs seriös ist und sich für so ein „Unternehmen“ hergibt.

Aber wen interessiert schon der wirkliche Arbeitsalltag eines seriösen Inkassounternehmens, wenn es doch, zumindest aus Sicht der Fernsehsehnder, viel spannender ist, wenn man sämtliche noch so realitätsfremde Klisches bedient und immer wieder das Märchen vom bösen schwarzen Mann erzählt, der notfalls mit brutaler Gewalt das Geld eintreibt. Das Ganze dann jedoch auch noch als Inkassounternehmen zu verkaufen ist an Unverschämtheit und Quotengier nicht mehr zu übertreffen.

Denn genau das ist es, was letztlich zählt. Die Quote muss stimmen.
Ob man dabei nebenher noch eine ganze Branche in den Dreck zieht, die, von einigen Einzelfällen abgesehen, seriös und zuverlässig im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten die offenen Forderungen beitreibt, dass interessiert letztlich dort niemanden.

Da muss man sich auch nicht wundern, dass sicherlich in jedem Inkassounternehmen regelmäßig irgendwelche Gläubiger anrufen, die nichts gegen ein „härteres Vorgehen“ haben. Erst letztlich hatten wir hier einen Anrufer, der genau das von uns wollte. „Gerne auch mit Finger abschneiden und so“, so seine Bitte an uns. Das wir solche Aufträge von vornherein ablehnen und den Anrufern auch dringend raten, von solchen Dingen zukünftig die Finger zu lassen ist für uns selbstverständlich. Und das sicherlich nicht nur für uns.

Es wird wirklich Zeit, dass das Fernsehen mal den wirklichen und realistischen Alltag eines Inkassounternehmens zeigt. Und wer weiß, wenn die Quote nicht wäre, hätte es dies vielleicht sogar schon mal gegeben.


7 Kommentare zu „Die Geldeintreiber – Gnadenlos gerecht“

  • „die, von einigen Einzelfällen abgesehen,“

    wie kommt es nur, dass es in allen Branchen an denen massiv Kritik geübt wird, immer nur Einmzelfälle sind?

    Sobald ich so etwas lese oder höre, gehe ich inzwischen generell vom Gegenteil aus.

    Damit will ich natürlich nicht die Sendung in Schutz nehmen.
    Das Niveau ist vermutlich vergleichbar mit den „Reality-Soaps“, die genau das Gegenteil zeigen: die Guten (Sherrifs, Politessen, Gerichtsvollzieher, Blockwarte usw.) haben es nur mit dem letzten Abschaum zu tun.

    • Ist es nicht überall so, dass man nicht generell alle über einen Kamm scheren kann und es in jeder, und zwar wirklich in jeder Branche schwarze Schafe gibt.
      Anders ist es auch bei uns nicht. Der Großteil liefert saubere Arbeit ab, die sich an die Gesetze hält. Einige andere meinen jedoch, dass sie mir Tricks und Abzockmethoden oder sogar mit Gewalt sich die Taschen auf die Schnelle voll machen müssen. Deshalb aber immer gleich alle zu verdächtigen ist, wie in jedem Bereich, nicht fair.

  • Fernsehen ist jene Form der Propaganda, die Göbbels zum weinen vor Glück gebracht hätte.
    Im Buch für Rechtsirrtümer steht z.B., daß man keine Privatdetektive brauche, denn im §160 Abs. 2 der StPO steht, daß die Polizei als Erfüllungsgehilfe der Staatsanwaltschaft auch entlastendes Material zu ermitteln habe, was bei meiner Nachfrage mit befreundeten Polizisten diese entweder in schallendes Gelächter ausbrechen lies, oder es kam der Satz: „Das wurde weder gelehrt, noch wird das praktiziert.“
    Das zum Thema Rechtstaat.
    Unter http://www.dirtycop.de steht auf Seite 1 unter pdf 003 und 013 wie die eine Polizeistation versucht, eine missliebige Person mit gefälschten Mitteln rechtswidrig in Haft zu bringen und gleichzeitig der Leiter der Drogenfahndung einer anderen Polizeistation mittels Aussageabsprachen mit gleicher missliebiger Person, dem Richter gezielt die Unwahrheit zu sagen. Bis heute weis der Richter nicht, daß dieser Drogenfahnder dem Richter eine Schießerei verheimlicht hat.

    Rechtstaat? Ich hab so meine Zweifel, aber vielleicht bin ich ja zu dumm um alles zu verstehen.

  • Omerika, ist selbst ein Schuldner, hat in Deutschland seit vielen Jahren schuldne und sogar in den letzten 3 Jahren die EV geleistet…soviel zu Schulden sind Ehrenschulden….

  • Sie reden von Einzelfällen.

    Bereits 5.400.000 Bürger in Deutschland sollen auf Internet-Abofallen hereingefallen sein. Es ist also wahrscheinlich, dass ein nicht unerheblicher Teil aller Inkassobriefe in Deutschland auf diesen kriminellen Wirtschaftszweig entfällt.
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,781555,00.html

    Dort ist es ja die Regel, dass Inkassounternehmen (oder Inkassoanwälte) Unmengen an Drohbriefen an einzelne Personen verschicken.

    Solange Bandenmitglieder ohne Probleme über Jahre hinweg mit dem Segen der Land- oder Amtsgerichtspräsidenten ungestört ihre betrügerische Inkassotätigkeit ausüben dürfen und Konsequenzen für die weitere Zulassung erst nach Jahren bei einer strafrechtlichen Verurteilung drohen, wird der Ruf der Branche sehr schlecht bleiben – und das zu Recht!

    • Davon stammt jedoch kein einziger Brief von uns. Wir, und übrigens auch viele andere seriöse Firmen, prüfen die Forderungen zu Beginn, bevor der erste Brief rausgeht. Hier werden die Fälle noch von Menschen bearbeitet und nicht nur vollautomatisch per Computer. Genau hier liegt eben der Unterschied. Oft auch zwischen einem seriösen und einem unseriösen Inkassounternehmen.

  • Ich denke mal diese Pressemitteilung sagt eigentlich alles:

    http://www.inkasso.de/presse/pressemeldungen/kabeleins/index.html

    Als ich die Vorwerbung gesehen hatte, hab ich mich schon gefragt wann dieser Blogeintrag kommt ;)

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