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Immer wieder hat man Mandanten, bei denen man (im besten Fall bereits vor Mandatsübernahme) feststellen muss, dass die Geschichten rund um die angebliche Forderung so nicht ganz stimmig sind.

Nicht immer kann man es schon im Vorfeld ausschließen, so dass hin und wieder, wenn auch eher selten, doch auch mal ein schwarzes Schaf durchs Raster fällt und das Mandat angenommen wird. Oft zeigt sich dann relativ schnell, dass die angebliche Forderung so nicht haltbar ist.

In aller Regel ist dies bei Handwerkerleistungen der Fall, bei denen sich dann, trotz mehrfacher Versicherung des Mandanten, dass es keinerlei Mängel oder Grund zur Beanstandung an den Leistungen gegeben habe, herausstellt, dass es diese eben doch gab. Egal ob die Leistungen nicht sauber erbracht wurden, ob sie zu spät erbracht wurden oder ob sonst irgendetwas verbockt wurde, genau diese Probleme zeigen sich dann relativ schnell, wenn man Kontakt zu den vermeintlichen Schuldnern aufnimmt.

In einem aktuellen Fall wurden ebenfalls Handwerkerleistungen erbracht. Der Kunde (im übrigen ein Rechtsanwalt) war jedoch mit den Ausführungen nicht zufrieden und forderte daher von unserem Mandanten die Nachbesserung bzw. Minderung des Werklohns. Unser Mandant, der Handwerker, stimmte dem auch per eMail zu, so dass die Rechnung, wegen der er uns beauftragte, hinfällig wurde.

Exakt diese Winzigkeit jedoch muss ihm entfallen sein, als er uns ca. 2-3 Monate nach dieser eMail mit der Beitreibung seiner Forderung beauftragte. Den uns vorgelegten Unterlagen zufolge bestand die Forderung und war auch zur Zahlung fällig.

Nach unserer ersten Zahlungsaufforderung melde sich daraufhin der ehem. Kunde und teilte mit, dass unser Mandant ihm gegenüber bereit vor einiger Zeit auf die Forderung verzichtet hätte. Er leitete uns daraufhin auch die eMail unseres Mandanten an ihn weiter, die dies bestätigte.

Daraufhin kontaktierten wir unseren Mandanten, damit dieser hierzu Stellung nehmen konnte. Ohne Reaktion. Auch weitere Versuche den Mandanten zu erreichen schlugen fehl. Nach schätzungsweise 5-6 eMails und unzähligen Versuchen ihn telefonisch zu erreichen, sowie diversen Rückrufbitten teilten wir ihm abschließend mit, dass er sich doch bitte binnen einer Woche melden möge, da wir ihm andernfalls unsere Kosten in Rechnung stellen würden.

Wie erwartet verging auch diese letzte Frist ohne jede Reaktion, so dass dem Mandanten die Kostenrechnung zugeschickt wurde.

Nach zwei Mahnungen wurde ihm dann letztmalig angekündigt, dass nach Ablauf einer letzten Frist das Mahnverfahren gegen ihn eingeleitet werden würde.

Und genau so kam es dann auch. Knapp einer Woche später beantragten wir den Mahnbescheid und erhielten wenige Wochen später den Vollstreckungsbescheid.

Da der Mandant wahrlich genug Chancen gehabt hatte, die Sache im Guten zu regeln, diese jedoch nie annehmen wollte, beantragten wir umgehend die Pfändung seines Bankkontos. Diese wurde auch zeitnah erlassen und zugestellt, so dass das Konto direkt vor Ostern gesperrt wurde.

Am Ostersonntag sowie am Ostermontag versuchte der Mandant uns dann laut Anrufliste telefonisch zu erreichen. Das dies jedoch nicht funktionieren konnte, hätte ihm jedoch auch klar sein können. Wir arbeiten hier zwar alle gern, aber an Feiertagen muss dann auch mal genug sein.

Nachdem er es an den beiden Feiertagen erfolglos telefonisch versuchte, erreichte und nun am gestrigen Dienstag eine eMail von ihm. Er würde die Sache gerne in Raten bezahlen und wir sollten doch dringend die Pfändung zurücknehmen. Er müsse von diesem Konto seine Miete bezahlen und hätte zudem diverse Ratenzahlungen beim Gerichtsvollzieher, die er ebenfalls bedienen müsse. Außerdem hätte er „Schulden ohne Ende“.

Das alles ist für ihn ja sehr bedauerlich, jedoch hatte er wahrlich genug Chancen die Sache ohne Zwangsvollstreckung aus der Welt zu schaffen. Auch die nun angebotene Ratenzahlung hätten wir damals sicherlich ohne Weiteres angenommen. Jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist es hierfür jedoch zu spät. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass er noch weitere Ratenzahlungen beim Gerichtsvollzieher hat und wohl auch eine Menge weiterer Verbindlichkeiten, wäre es schon fast fahrlässig, sich hier auf eine Ratenzahlung einzulassen. Das zeigt schon die Erfahrung in früheren Fällen mit anderen Mandanten.

Das Problem, dass Mandanten ihre Rechnungen dann nicht bezahlen besteht jedoch offensichtlich nicht nur bei uns. Auch die Kanzlei Hoenig in Berlin scheint mit ähnlichen Problemen konfrontiert zu sein, wie Herr RA Hoenig in seinem Blog schreibt.

Wahrscheinlich müssen auch wir zukünftig mehr Vorschüsse anfordern, dies geht jedoch immer hauptsächlich zu Lasten der seriösen und zuverlässigen Mandanten. Schade.

 


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