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Diesen Eindruck erweckte jedenfalls ein Schuldner vor einigen Tagen.
Der Schuldner, ein Einzelunternehmer, erhielt wie gewohnt zunächst ein Schreiben in dem ich ihn höflich zur Zahlung aufforderte. Hierzu setzte ich ihm eine Frist.

Rund eine Woche nach Fristablauf meldete sich der Schuldner per Fax.
Darin drohte er mir mit der Einschaltung eines Rechtsanwalts, dessen Kosten ich zu tragen hätte. Außerdem gab er sein gesamtes juristisches Halbwissen zum Besten, so unter anderem auch, dass Forderung bereits nach zwei Jahren verjähren würden etc. Außerdem würde er grundsätzlich alle Rechnungen sofort bezahlen, es könne also gar nicht sein, dass noch eine Rechnung aus dem Jahr 2006 offen sei.

Ich rief daraufhin dem Schuldner an um die Sache mit ihm telefonisch zu klären. Im Verlauf des Gesprächs teilte er mir mit, dass der Gläubiger sich gar nicht mehr daran erinnern könne, da er sich schließlich auch nicht mehr erinnern könne, wer wann was bei ihm gekauft hat. Erst recht nicht, wenn es schon Jahre her ist.

In seiner unglaublichen Güte bot er jedoch an, die Forderung zu bezahlen, da er ja schließlich die Sache aus der Welt haben wolle. Selbstverständlich ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Da die Verjährung drohte wurde einige Tage nach Ablauf der Frist der Mahnbescheid beantragt. Daher waren nicht nur die üblichen Inkassokosten, sondern auch die Gerichtsgebühren für den Mahnbescheid und auch die Inkassopauschale nach § 4 Abs. 4 RDGEG von 25 Euro entstanden. Dies teilte ich dem Schuldner auch mit, jedoch sah dieser natürlich keinerlei Verschulden seinerseits, so dass er darauf beharrte, dass er die Forderung nur darum bezahlen wollte, weil er seine Ruhe haben wollte.

Nach Rücksprache mit dem Mandanten, der es notfalls auch auf eine Auseinandersetzung vor Gericht ankommen lassen wollte, teilte ich dem Schuldner mit, dass es aus unserer Sicht völlig unstrittig ist, dass er die Rechnung noch nicht bezahlt habe und auch im Verzug sei.

Der Schuldner wäre jedoch nicht der Schuldner, wenn ihm nicht auch hierzu etwas eingefallen wäre. So erklärte er daraufhin, dass er nie eine Rechnung erhalten habe. Dies konnten wir jedoch durch die Unterschrift seines Mitarbeiters auf der Rechnung zweifelsfrei belegen, da der Schuldner selbst zugab, den Mitarbeiter geschickt zu haben.

Nach einigen weiteren, ergebnislosen Diskussionen vereinbarten wir, die Sache weiterlaufen zu lassen und es ggf. vor Gericht auszufechten.

Mittlerweile musste der Mahnbescheid wohl zugestellt worden sein, denn der Schuldner überwies die gesamte Forderung, einschließlich Kosten und Auslagen an mich.

Der Mandant freute sich selbstverständlich darüber, da er nicht damit gerechnet hatte, dass die Sache doch noch so unkompliziert und schnell über die Bühne geht.

Manchmal trifft es eben doch zu, dass getroffene Hunde bellen.


2 Kommentare zu Getroffene Hunde bellen

  • Wow, diese Story macht mir echt mut. Bin grade in einer ähnlichen Situation.

    • Manchmal passiert es, dass diejenigen Schuldner, die sich am Anfang am heftigsten gewehrt haben, später ohne zu murren bezahlen. Man muss nur dran bleiben und sich als Gläubiger oder Gläubigervertreter nicht einschüchtern lassen, wenn man sich sicher ist, im Recht zu sein.

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