Die Rechtsdiensleister Inkasso • Gütestelle • Zwangsverwaltung

Das jedenfalls war die Aussage einer wohl erst frisch in die Zwangsvollstreckungsabteilung gewechselten Rechtspflegerin auf meine Frage, wie es zu der Monierung hinsichtlich meines beantragten Pfändungs- & Überweisungsbeschlusses gekommen sei.

Hintergrund meines Anrufs war, dass die Rechtspflegerin bzw. die Urkundsbeamtin mir zuvor eine Monierung zugeschickt hat mit folgenden Punkten:

1. Der Titel liegt nicht im Original vor

2. Es ist nicht ersichtlich welche Zahlungen der Schuldner geleistet hat.

3. Eine Forderungsaufstellung liegt nicht bei aus der hervorgeht, wie die Zahlungen verrechnet wurden.

Punkt 1 brachte mich zumindest mal etwas zum grübeln. Es könnte ja theoretisch möglich sein, dass versehentlich die Kopie des Titels aus der Akte mitgeschickt wurde, anstatt der Originaltitel. Ein Blick in die Akte zeigte jedoch, dass dem nicht so war.
Ich rief daher gestern beim Amtsgericht an, um nachzufragen was für einen Titel die dort haben. Die Urkundsbeamtin schaute in der Akte nach und war sich auch nicht sicher, wie es zu dieser Monierung kommen konnte. Also stellte sie mich zur Rechtspflegerin durch. Auch diese blätterte in der Akte und meinte dann, sie wäre sich nicht ganz sicher gewesen ob es das Original sei. Und eine ihrer erfahreneren Kolleginnen hätte ihr mal beigebracht, dass man im Zweifel erstmal monieren sollte.
Gemeinsam schafften wir es aber dann doch noch den Titel als Original zu identifizieren, so dass dieser Punkt der Monierung schon mal hinfällig war.

Auch Punkt 2 und 3 hatte sich schnell erledigt. Aus welchem Grund auch immer ging die Rechtspflegerin wohl davon aus, dass bei einem gerichtlichen Vergleich mit Ratenzahlungsvereinbarung auch Raten gezahlt wurden.
Wurden sie jedoch nicht. Wenn dem so gewesen wäre, wäre die Sache wohl auch nie bei mir und jetzt auch nicht bei ihr gelandet.
Die beiliegende Forderungsaufstellung ist daher völlig korrekt und auch aus ihrer Sicht nicht mehr zu beanstanden.

Man merkte auch etwas, dass es ihr ein wenig unangenehm war, dass nicht einmal eine der Monierungen zutreffend war. Sie sicherte mir daher auch zu die Sache sofort zu bearbeiten und den Beschluss zu erlassen, so dass die Pfändung noch diese Woche zugestellt werden kann. Ob das tatsächlich noch klappt wage ich etwas zu bezweifeln, da ja auch der Gerichtsvollzieher erst die Zustellung vornehmen muss. Aber immerhin sind die strittigen Punkte ausgeräumt worden.

Die Sache per Post zu klären hätte vermutlich mindestens weitere zwei Wochen in Anspruch genommen. Zeit die wir uns sparen können und in der der Schuldner schon nicht mehr an sein Bankkonto kommen wird.

Es ist aber schon interessant, welche Ratschläge der “neuen” Rechtspflegerin wohl mal gegeben wurden. Erstmal meckern und dann sieht man weiter.


2 Kommentare zu Im Zweifel erstmal monieren

  • Lach, eine schuldnerfreundliche Ausnahme. Normalerweise lassen die Rechtspfleger alles durch ohne überhaupt zu prüfen. Da ist es dann auch kein Wunder wenn gleich zwei der tollen Inkassobuden den gleichen Titel pfänden wollen, obwohl längst per Gericht entschieden wurde, dass überhaupt nichts zu zahlen ist.

    Manchmal wünschte man sich, dass die übermäßige Unterstützung der Gläubiger wirklich etwas zurückgefahren würde.

    • Da scheinen Sie aber in einer gläubigerfreundlichen Gegend zu wohnen.
      Bei uns wird hier doch recht streng kontrolliert und teilweise auch Sachen beanstandet, zu denen sich der Schuldner aus freien Stücken verpflichtet hat.
      Ich hatte sogar schon den Fall, indem das AG die Pfändung wegen Verjährung nicht erlassen wollte, obwohl der Schuldner sich nicht auf die Verjährung berufen hat und uns gegenüber zuvor auch schriftlich auf die Einrede verzichtet hat.
      Es kommt aber sicherlich auf den einzelnen Rechtspfleger an. Einer der viel zu Tun hat und es mit seinen Pflichten vielleicht nicht ganz so ernst nimmt lässt sicherlich auch Dinge durchgehen, die so nie hätten durchgehen dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

So erreichen Sie uns


Die Rechtsdienstleister


Mörikestraße 1
71131 Jettingen


Tel: 07452 - 75 08 29 1
Fax: 07452 - 75 08 29 0
eMail: info@die-rechtsdienstleister.de


Bürozeiten:


Montag - Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr
und 13.00 - 17.00 Uhr


Freitag 8.30 Uhr - 12.00 Uhr und
13.00 - 15.00 Uhr


Termine nur nach Vereinbarung!