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In der aktuellen NJW findet sich als Beilage die Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP) in welcher auf Seite 18 ff. ein interessanter Artikel über die bisherige Bewertung juristischer (Studien-) Leistungen abgedruckt ist.

Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter Paul Hauser sowie Felix Wendenburg beleuten in diesem Artikel die momentane Praxis der Notenvergabe äußerst kritisch und machen Vorschläge, wie die Bewertungsmaßstäbe verbessert werden könnten um eine realistischere Notenvergabe zu erreichen.

Ich denke fast jeder, der sich durch ein Jura-Studium “gequält” hat kennt den Spruch “18 Punkte schafft gerade mal der liebe Gott”. So oder so ähnlich erklären die meisten Professoren ihren Studenten, dass sie sich darauf einstellen müssen nie auch nur annähernd an eine Bewertung von 18 Punkten heranzukommen. 12, vielleicht auch mal 13 oder 14 Punkte sind dort meistens das allerhöchste der Gefühle und ist fast schon mit einer Verleihung der Ehrendoktorwürde zu vergleichen. Viel mehr kann man eigentlich nicht erreichen, zumal man bereits für 4 Punkte, die gerade so das Bestehen der Prüfung sichern, fast keine Fehler gemacht haben darf.

Gerade im Hinblick darauf ist der Artikel höchst interessant, da die Autoren eine Notenskale von 1-6 vorschlagen, wie sie auch in der Schule abgewendet wird.

Vielleicht kann dieser Artikel der Anstoß für eine ernsthafte und konstruktive Diskussion sein die letztlich doch noch nach Jahren eine Veränderung bringt.


3 Kommentare zu Interessanter Artikel zur Bewertung juristischer Leistungen

  • Ich möchte in einigen Punkten widersprechen.

    Zunächst: Die Note “sehr gut” ist selten, aber sie wird verteilt, und zwar auch in Examensklausuren, wie sich ja aus den im Artikel genannten Statistiken ergibt.

    Sodann: Klausuren, für die es (nur) vier Punkte gibt, enthalten NIE “fast keine Fehler”, sondern bestehen in der Regel aus einer Aneinanderreihung von Haftungsfällen. Ich habe mich früher im Studium schon immer gewundert wie viel Falsches man eigentlich schreiben kann und damit trotzdem noch im Befriedigend zu landen.

    Schließlich: In seinen Schlussfolgerungen ist der Aufsatz mE inkonsequent. Das Problem der motivationsbremsenden Kommentare löst eine Verschiebung der Notenstufen nicht. Eine Verschiebung der Verteilungskurve auf der Notenskala ist – je nach konkreter Ausgestaltung – entweder überflüssige Kosmetik (von einem Juristen sollte genug Abstraktionsvermögen verlangt werden dürfen, dass er die etwas schrulligen Benotungskonventionen als das erkennt was sie sind und eben akzeptiert, dass das VB “die Eins im juristischen Sinne” darstellt), oder sie würden doch – entgegen dem erklärten Ziel der Autoren – zu einer pauschalen Besserbewertung und Senkung der Durchfallerquoten führen.

  • ich glaube, in der diskussion sollte man erst einmal das bayerische bzw. ssächsische staatsexamen und “den rest” unterscheiden. in bremen oder hamburg sind sicher auch genre mal 18 punkte drin. in bayern kann man damit rechnen, dass bei einer note von über 14 punkten im zweiten staatsexamen sich der staat bei dem jeweiligen prüfling bewirbt, nicht andersrum

  • 1. “Ich habe mich früher im Studium schon immer gewundert wie viel Falsches man eigentlich schreiben kann und damit trotzdem noch im Befriedigend zu landen”

    – Also bitte… Lassen Sie Ihre Selbstverliebtheit auch Ihre
    Mandanten spüren?

    2. Absolventen der Bucerius Law School Hamburg würden sicherlich auch in Bayern oder Sachsen nicht unterdurchschnittlich abscheiden.

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