Die Rechtsdiensleister Inkasso • Gütestelle • Zwangsverwaltung

Gegen einen Schuldner erging nach einigen schriftlichen Zahlungsaufforderungen ein Vollstreckungsbescheid.

Daraufhin beantragte ich eine Abschrift des Vermögensverzeichnisses und wollte heute beim Schuldner eigentlich nur die Adresse seiner Vermieterin in Erfahrung bringen.

Die Adresse habe ich zwar nicht, dafür aber eine Teilzahlungsvereinbarung.
Auch nicht schlecht – ganz im Gegenteil.
So müssen wir weder die Vermieterin belästigen noch das Konto pfänden.

Der Schuldner war ganz überrascht, als ich auf einmal vor der Türe stand.
Zum Schluss meinte er noch, er habe nicht damit gerechnet, dass wir Ernst machen und das ganze nicht so ernst genommen.

Nun weiss er, dass es kein Witz war und wir auch sonst in solchen Dingen nicht unbedingt dazu neigen Witze zu machen.


4 Kommentare zu Kein Witz

  • Ähm, ich lese hier dauernd von Hausbesuchen. Ich meine mich zu erinnern, dass Inkassos eben nur verwaltend-abrechnende Tätigkeit leisten dürfen. Hausbesuche – auch unterhalb des Inkasso-Moskau-Schwelle – zum Erreichen der Zahlung sind dagegen idR nicht drinne. Gerade wenn ein Vollstreckungsbescheid (eher Titel, oder?) vorliegt, ist der Gerichtsvollzieher zur Vollstreckung beauftragt.

    Und was zum Teufel hat die Vermieterin mit den Schulden ihres Mieters zu tun? Alleine diese über bestehende Schulden zu informieren ist datenschutzrechtlich hoch bedenklich.

    • Inkassounternehmern sind nach dem RBerG bzw. nunmehr nach dem RDG zum Einzug fremder Forderungen berechtigt. Dazu dürfen sie sich unter anderem auch sog. Schuldnerbesuchen bedienen. Diese Besuche haben jedoch nichts mit Besuchen à la „Moskau Inkasso“ zu tun, sondern sollen lediglich dazu dienen, mit dem Schuldner eine einvernehmliche Lösung zu finden.
      Ich handhabe dies so, dass ich den Schuldner informiere, dass eine Forderung gegen ihn offen ist und das er sich im Verzug befindet. Hierbei erkläre ich ihm auch, dass er nach §§ 280, 286 BGB auch die Kosten meiner Bevollmächtigung zu tragen hat. Gemeinsam versuchen wir dann, die Forderung aus der Welt zu schaffen, meist in dem wir eine Teilzahlungsvereinbarung schließen.
      Ein seriöses Inkassounternehmen möchte auch bei Schuldnerbesuchen den Schuldner weder über den Tisch ziehen, noch wird ihm irgendetwas vorgelegt, was er blind unterschreiben soll. Wir versuchen vielmehr im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Schuldners einen Ausgleich der Forderung zu erzielen.

      Bei der Vermieterin wurde eine Mietkaution hinterlegt. Diese hätten wir notfalls mittels Pfändungs- & Überweisungsbeschluss gepfändet, um die Forderung zumindest teilweise auszugleichen. Dazu wäre jedoch die korrekte Anschrift der Schuldnerin nötig. Datenschutzrechtliche Bedenken bestehen hier also keine.

  • Ok, es klang in den Beiträgen schon etwas nach Druck machen – und da wird man hellhörig. Soweit kann ich das aber nachvollziehen.

    Was die Kaution angeht kann die ja nur der Herausgabeanspruch gepfändet werden, so lange das Mietverhältnis noch nicht beendet ist. Davor besteht ja idR ein Zurückbehaltungsrecht des Vermieters, welches auch einer Pfändung entgegensteht. Ich bin schlicht nur verwirrt und freue mich über Informationen zu dem Vorgehen in solchen Fällen.

    • Genau, dem Vermieter steht natürlich ein Vorgriffsrecht zu.
      Dies hat den Hintergrund, dass die Kaution ursprünglich ja dafür gedacht ist, etwaige Schäden oder Mietrückstände auszugleichen. Es macht natürlich keinen guten Eindruck auf den Vermieter, wenn er einen Pfüb über die Mietkaution erhält, aber letztlich ist man seinem Mandanten gegenüber verpflichtet, die Forderung zu realisieren sofern sich irgendeine Möglichkeit ergibt.

      Ich und ich denke auch alle anderen seriösen Inkassounternehmen wollen den Schuldner nicht in den finanziellen Ruin treiben. Wir wollen stattdessen die Forderung für unseren Mandanten realisieren und dem Schuldner dabei noch so viel „Luft“ lassen, dass er sich finanziell auch wieder erholen kann und wieder auf die Beine kommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

So erreichen Sie uns


Die Rechtsdienstleister


Mörikestraße 1
71131 Jettingen


Tel: 07452 - 75 08 29 1
Fax: 07452 - 75 08 29 0
eMail: info@die-rechtsdienstleister.de


Bürozeiten:


Montag - Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr
und 13.00 - 17.00 Uhr


Freitag 8.30 Uhr - 12.00 Uhr und
13.00 - 15.00 Uhr


Termine nur nach Vereinbarung!