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So endete ein Telefonat welches ich mit dem Ehemann einer Schuldnerin geführt habe.
Die Sache sah zunächst relativ einfach aus, die Schuldnerin bezahlte die Hauptforderung wenige Tage nach meinem ersten Schreiben, in dem ich ihr mitteilte, dass ich mit dem Einzug der Forderung betraut wurde.
Allerdings zahlte sie direkt an den Mandanten, was aber auch kein großes Problem darstellte.
Wenig später rief mich die Schuldnerin an um zu fragen, ob sie den auch noch die Inkassokosten bezahlen müsse.
Da sie im Verzug war bejahte ich dies und die Schuldnerin versprach mir, die Gebühren in den nächsten Tagen auch noch zu überweisen.

Als einige Zeit später noch immer nichts auf dem Konto war rief ich ihr an und sie erklärte mir, dass sie krank gewesen sei und es aber sofort nachholen werde.

Rund eine Woche später rief ich ihr erneut an, weil sie die Gebühren noch immer nicht beglichen hat. Am Telefon war dieses mal jedoch nicht die Schuldnerin selbst, sondern deren Ehemann. Dieser teilte mir in gebrochenem Deutsch und mit russischem Akzent mit, dass die Sache erledigt ist und die Rechnung bezahlt ist. Dass Gebühren entstanden sind wisse er auch, allerdings interessiere ihn das nicht.
Die Schuldnerin selbst war selbstverständlich nicht zu sprechen. Da der Ehemann zum einen nicht der richtige Ansprechpartner ist und das Gespräch mit ihm zum anderen zu nichts führte beendeten wir die Diskussion ohne Ergebnis.

Ich versuchte dann die Schuldnerin wenige Tage später zu einer Zeit zu erreichen, zu der ich sie bereits früher selbst erreicht habe. Ich erreichte auch jemand, aber natürlich wieder nur den Ehemann, der mir erklärte, dass seine Frau zwar da sei, sie das aber nichts mehr anginge, da er die Sache übernommen habe.
Das die Gebühren nach wie vor offen waren interessierte ihn noch immer nicht. Im Gegenteil, er wurde aggressiv und meinte, “Komm zu mein Wohnung, dann klären wir das wie in Russland”.

Was das zu bedeutet hat kann man sich sicherlich vorstellen. Ich glaube nicht, dass er vor hatte die Sache bei einem Glas Wodka in aller Ruhe und Gemütlichkeit zu klären.

Ich muss aber ausdrücklich dazu sagen, dass das hier ein absoluter Einzelfall ist und mir so etwas bisher noch nie passiert ist. In der Regel sind die Schuldner entweder einsichtig und bemühen sich auch die Schuldnen nach ihren Möglichkeiten zu bezahlen, oder sie versuchen es eben durch (meistens schnell durchschaubare) Tricks.


10 Kommentare zu “Komm zu mein Wohnung, dann klären wir das…”

  • Einfach an die Kollegen von Moskau-Inkasso abgeben… ;)

    • Die würden sich sicherlich mit ihm in seiner Wohnung treffen um die Sache auf die russische Art zu lösen.
      Aber ehrlich gesagt halte ich von so etwas nichts. Sonst hätte ich selbst ein paar “freundliche Außendienstmitarbeiter” die gerne in Gruppen und schwarzer Kleidung auftreten.

      Gerade mit diesen Vorurteilen hat die Inkassobranche schon genug zu kämpfen.
      Schlimm genug, dass einige wenige eine ganze Branche die seriös arbeitet so in Verruf bringen kann.

  • Warum lebt er dann nicht besser auch in Russland, wenn er dort solche Dinge auf seine Art klären kann?

    • Vielleicht sollte ich ihn das bei unserem nächsten Telefonat danach fragen?
      Vielleicht bekomme ich seine Drohnungen ja auch schriftlich? Wäre doch toll…

  • Der Mann ist völlig im Recht. Wenn Sie meinen, dass Ihrem Auftraggeber Inkassokosten zustehen, wird diese Rechtsmeinung zunächst von einigen Gerichten nicht geteilt.

    Und wenn Sie meinen, selbige einziehen zu wollen, dann holen Sie sich die doch bei Ihrem Auftraggeber.

    Permanentes Generve am Telefon ist unseriös.

    • Von “permanentem Generve” kann keine Rede sein!

      Die Gerichte nehmen mittlerweile überwiegend eine Erstattungsfähigkeit der Inkassokosten als Verzugsschaden an.
      Vgl. auch http://www.inkassokosten.com

      Da sich seine Frau im Verzug befunden hat und sage und schreibe 4 Mahnungen erhalten hat wird wohl kaum ein Richter die Erstattungsfähigkeit der Inkassokosten als Verzugsschaden ablehnen, zumal sie sich an der RVG orientiert.
      Ich denke nicht, dass Sie Drohungen, egal welcher Art gut heißen.

  • Ich bin gespannt, ob Sie die Inkassogebühren und die Anwalts- und Gerichtskosten für die Eintreibung der Inkassogebühren in voller Höhe per Klage zugesprochen bekommen.
    Werden Sie die Sache gerichtlich durchziehen?

    • Das liegt nicht bei mir, diese Entscheidung kann letztlich nur der Mandant treffen.
      Ich schätze die Sache jedoch eher so ein, dass man die Kosten selbst übernimmt, zumal sie sich wirklich im Rahmen halten und die Hauptforderung realisiert wurde.

      • Dann hätte der auf diversen Internetforen gerne gegenüber Schuldnern verbreitete Ratschlag, Forderungen direkt auf das Konto des Gläubigers zu überweisen und die Zahlung der Inkassogebühren zu verweigern, hier Erfolg gehabt. Diese für den Gläubiger unangenehme Vorgehensweise kann also unter Umständen schon mit etwas Glück dem Schuldner Kosten ersparen.

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