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Zumindest wenn man sieht was so mancher Schuldner zu Hause in der Wohnung stehen hat.
Vom geschätzten 40 Zoll Flachbildschirm von Samsung über eine Nintendo Wii bis hin zu einer DVD Sammlung in der so gut wie jeder Klassiker aber auch die neuesten Hollywood-Filme vertreten sind, findet man teilweise so gut wie alles bei manchen Schuldnern.
Am erstaunlichsten ist immer, dass man von außen in der Regel den Eindruck hat, dass die Wohnung von innen nicht viel besser aussehen kann wie der äußere Eindruck des Hauses vermuten lässt.

Wenn man dann mal genauer nachfragt woher die ganzen Luxusartikel stammen erhält man grundsätzlich die Antwort, dass man diese geschenkt bekommen habe. Der großzügige Gönner ist dabei variabel, von der Mutter bis zu einer guten Freundin ist alles dabei.

Ähnliche Erfahrungen hat wohl auch RA Jens Hänsch gemacht. Anscheinend ist es also keine Seltenheit, sondern gehört mittlerweile zur Standardausstattung eines Schuldners.

Wobei man teilweise auch wirklich erschrocken ist, wie manche Schuldner ohne sich zu beschweren in einer völlig heruntergekommenen und fast schon menschenunwürdigen Wohnung leben können und dabei auch noch ehrlich versuchen die Forderung nach Kräften so schnell wie möglich zu begleichen.


14 Kommentare zu Man könnte neidisch werden

  • Höre ich da etwas Neid? Ich befinde mich im Insolvenzverfahren und habe Blackberry, LCD-Fernseher, T-Home Entertain und fahre jedes Jahr in die USA. Warum? Zum Einen Arbeite ich und führe jeden Monat mehr als 400,00 Euro an den Treuhänder ab. Zum anderen Lebe ich nicht alleine, sondern in einer Beziehung. So haben wir trotz Insolvenz ein recht gutes Auskommen.

    • Dann sind Sie eines der positiven Beispiele und ich gönne Ihnen jedes einzelne Stück.
      Sie arbeiten sicherlich hart dafür, dass Sie sich eben trotz Insolvenz diese Annehmlichkeiten leisten können.
      Das finde ich völlig in Ordnung und sollte für viele andere Menschen die finanzielle Probleme haben ein Vorbild sein.
      Die Realität zeigt mir jedoch immer häufiger, dass gerade junge Schuldner einfach auch keine Lust haben sich für etwas anzustrengen, wenn es doch auch einen anderen, deutlich bequemeren Weg gibt.
      Ich muss es aber noch einmal sagen, es gibt auch sehr sehr viele Schuldner die wirklich ihr letztes Hemd geben um irgendwann wieder schuldenfrei zu sein.

  • Was mich schon immer mal interessiert hat: Kann man seriös abschätzen, wie viel % der nichtzahlenden Schuldner nicht zahlen _können_ und wie viele einfach nicht zahlen _wollen_?

    Danke & Grüße

    • Ich weiß nicht wie genau die Schätzung ist, aber ich denke man kann es recht gut mit einem gesunden Menschenverstand und etwas Menschenkenntnis abschätzen, ob ein Schuldner nur irgendwelche Märchen erzählt um einen schnell los zu werden und wieder einige Wochen “Ruhe” zu haben, oder ob er wirklich nichts hat.
      Erstaunlicherweise gehen die Schuldner die wirklich kaum genug zu essen haben am offensten mit ihrer Situation um.
      Da bekommt man oft Kontoauszüge u.ä. gezeigt ohne das man diese zuvor sehen wollte.
      Schuldner die nicht bezahlen wollen geben sich meist kooperativ und versprechen einem viel. Im ersten Moment scheint es dann so, dass sie wirklich bezahlen wollen, aber meistens kommt dann eben auch gar nichts von dem versprochenen tatsächlich an. Und wenn sie dann anfangen zu erzählen, sie hätten den Brief schon vor 3 Wochen weggeschickt und es ist immer noch nicht da, dann weiß man mit großer Sicherheit, dass der Schuldner entweder sehr unzuverlässig ist (was dann sicherlich auch oft der Grund für die Schulden ist), oder er einfach meint er könnte irgendwie aus der Nummer raus kommen.

      In Prozent würde ich schätzen, dass ca. 30-40 % nicht bezahlen wollen und der Rest einfach nicht bezahlen kann. Das kann aber bei anderen anders sein, ich denke das kommt auf die Kundschaft an.

  • ” wie viel % der nichtzahlenden Schuldner nicht zahlen _können_ und wie viele einfach nicht zahlen _wollen_?”

    Kann nur aus meiner Praxis sagen, dass der weitaus größte Teil tatsächlich zahlungsunwillig ist. Der Anteil der Zwangsvollstreckungen, die wirklich als aussichtslos herausgestellt haben, lag letztes Jahr unter 10%. Wobei man hier sagen muss, dass die ZV auch nicht zwingend mit der Abgabe der Offenbarungsversicherung beendet ist. Auch hier gab es es die eine oder andere Überraschung, als dem Schuldner plötzlich doch noch erhebliche Geldbetrage vom Himmel fielen, als die ZV ans “Eingemachte” ging.

    • Das ist es ja was mir nicht in den Kopf will. Wieso müssen die Schuldner erst “fühlen” bevor sie merken, dass sie eben nicht einfach so davon kommen? Jeder normale und vernünftige Mensch müsste doch spätestens wenn der Mahnbescheid ins Haus flattert merken, dass es jetzt erst wird und versuchen die Sache zu bezahlen.
      Aber anscheinend brauchen einige Schuldner den Druck und vor allem die zusätzlichen Kosten. Anders kann ich es mir nicht erklären. Vielleicht haben Sie ja eine andere Erklärung?

      • Ich vermute, es wird ganz einfach verdrängt. Der Schuldner beschäftigt sich lieber mit den “schönen Dingen des Lebens”.
        Vielleicht hat er im Moment der Mahnung oder des Mahnbescheides noch den Vorsatz zu zahlen. Aber er verschiebt ihn auf morgen, dann auf übermorgen, nächste Woche usw. Irgendwann ist dann aber das Ende der Fahnenstange erreicht.

        • Das mag bei einigen sicherlich so sein. Andere geben ganz offen zu, dass sie die Rechnung einfach vergessen haben und einfach nur zu schludrig waren. Die bezahlen dann in der Regel aber auch umgehend und ohne zu murren. Übrigens auch die Kosten. Teilweise entstehen so sogar neue Mandate.
          Andere Schuldner sind da aber auch etwas abgebrühter und versuchen die Sache einfach auszusitzen.
          Das das nicht funktioniert merken sie dann auch irgendwann und versuchen dann ihre Taktik dahingehend zu ändern, dass sie etwas versprechen und Zugeständnisse machen, die sie aber nie einhalten werden.
          Bei diesen Schuldnern muss man dann einfach etwas härter vorgehen. Da nutzen gute Worte nichts. Da tut sich erst etwas wenn der Gerichtsvollzieher vor der Türe steht oder das Konto gepfändet ist. Und die ganz hartnäckigen Fälle werden in der Regel dann weich, wenn der Mandant sich dazu entschlossen hat Betrugsanzeige zu erstatten und die Polizei vor der Türe steht. Wie lange dann allerdings die anfängliche Motivation bestehen bleibt, die Forderung wenigstens in Raten zu begleichen ist eine andere Frage. Aber letztlich haben die meisten Mandanten dann doch den längeren Atem und können die Sache auch nach Jahren noch verfolgen. Oft dann auch mit Erfolg!

          Das Problem ist sicherlich auch, dass oft zu früh aufgegeben wird. Für viele ist die bereits abgegebene EV das Ende der Fahnenstange und die Forderung wird nicht weiter verfolgt, sondern ausgebucht. Das halte ich jedoch für den falschen Ansatzpunkt. Inkasso hat meiner Meinung nach immer auch etwas erzieherisches. Wenn die Kunden wissen, die Firma macht sowieso nichts oder eben nicht viel, dann ist die Verlockung doch recht groß einfach nicht zu bezahlen und die Sache auszusitzen. Notfalls können Sie dann immer noch beim Gerichtsvollzieher bezahlen und kommen so dann auch noch um ihre Eintragung im Schuldnerregister herum. Wenn man jedoch konsequent jede offene Forderung beitreiben lässt merkt auch irgendwann der letzte Schuldner das mit dieser Firma nicht zu spaßen ist und die Inkassofälle nehmen spürbar ab.

    • Das sind ja nun doch ganz schöne Unterschiede zu den von Hr. Heinkel genannten Zahlen (die ich so auch vermutet hätte).

      Ob das mit einer unterschiedlichen “Kundenstruktur” zusammenhängt?

      • Wie gesagt, es sind nur Schätzungen, wobei es wirklich mal interessant wäre hier genaue Zahlen zu ermitteln.
        Ich denke aber auch, dass es hier Unterschiede in der “Kundenstruktur” gibt. Und auch die Region dürfte einen Unterschied ausmachen würde ich vermuten.

  • … und auf allen diesen Geräten klebt ein Schild des XXX-Markts mit Eigentumsvorbehalt bis zur völligen Bezahlung …

    Warum sollte es dem XXX-Markt mit diesen Menschen besser gehen als Ihnen?

    • Teilweise mag das sicherlich stimme, jedoch nicht immer. Neulich habe ich in einer Wohnung eine Rechnung von einem neuen Handy auf dem Tisch liegen sehen was die Schuldnerin offensichtlich in bar bezahlt hat. Raten konnte sie dann aber nicht bezahlen, ihr geht es ja schließlich so schlecht und sie weiß nicht wovon sie bis zum nächsten Monat leben soll.
      Vielleicht von ihrem neuen Handy?

  • So erstaunlich finde ich das gar nicht. Wer wirklich nichts hat, der ist sich meist seiner Misere bewußt und quasi “über den Punkt”. Deswegen sagt er sich “Was will der?” und “Laßt mich doch in Ruhe.” Das Thema ist für den gewissermaßen abgehakt.

    Diejenigen, die nicht zahlen wollen, die wollen Sie einfach nur wieder loswerden. Deswegen wird so getan als ob & deswegen werden leere Versprechungen gemacht.

    Was Ihre Zahlen betrifft, so habe ich ähnlich vermutet.

    Danke & Grüße

    • Damit liegen Sie sicherlich richtig. Einen ähnlichen Eindruck habe ich auch immer wieder. Die “Vogelstrauß-Taktik” ist unter Schuldnern sehr beliebt. Bringen tut sie jedoch nichts, im Gegenteil. Der Schuldenberg und die Probleme werden immer größer. Dabei habe ich nun wirklich viel Verständnis und versuche bei ehrlichen Schuldnern die offen zu ihrer misslichen Lage stehen auch eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Bei Schuldner die aber auf stur stellen und meinen sie wären klüger als alle anderen hört bei mir der Spaß allerdings auf und es werden alle legalen Mittel angewandt um die Forderung für den Mandanten zu realisieren.

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