Die Rechtsdiensleister Inkasso • Gütestelle • Zwangsverwaltung

Zum 1. Juli 2011 müssen die Pfändungsfreigrenzen des § 850C ZPO neu berechnet werden. Die Pfändungsfreigrenze stellt den Betrag dar, der einem Schuldner in der Regel nach einer Pfändung noch zur Bestreitung seines Lebensunterhalts verbleiben muss.
Bisher sind dies für Schuldner ohne Unterhaltsverpflichtungen rund 985,15 Euro pro Monat. Der Mehrverdienst kann somit durch den Gläubiger gepfändet werden.

Wie www.inkassokosten.de in seinem aktuellen Newsletter berichtet, sollen die Pfändungsfreigrenzen nach dem Willen des Gesetzgebers ab 1. Juli drastisch angehoben werden.

Der sog. Sockelbetrag soll dann von 985,15 Euro auf 1.028,89 Euro angehoben werden.
Dem entsprechend wird der zusätzliche Pfändungsfreibetrag für eine unterhaltspflichtige Person von heute 370,76 Euro auf ganze 387,22 Euro angehoben werden.
Für die zweite bis fünfte unterhaltspflichtige Person soll nach dem Willen des Verordnungsgebers der Pfändungsfreibetrag von heute 206,56 Euro auf 215,73 Euro zum 1.7.2011 aufgestockt werden.

Die geplante, jedoch noch nicht im Bundesgesetzblatt verkündete Anhebung der Pfändungsfreigrenze nach § 850c ZPO wird für Gläubiger, wie so oft, nachteilige Folgen haben, da die aus einer Pfändung zu erwartenden Erträge ab dem 1.7.2011 deutlich sinken werden.

Für die Schuldner ist diese Nachricht selbstverständlich positiv. Ihnen bleibt monatlich mindestens ein Betrag von 43,74 Euro mehr zum Leben. Die Chancen für die Gläubiger irgendwann doch noch die Forderung durch eine Pfändung beitreiben zu können sinken dadurch jedoch rapide. Im Gegenzug wird jedoch die Bereitschaft der Schuldner zur außergerichtlichen Ratenzahlung durch die höhere Pfändungsgrenze sicherlich nicht steigen.


9 Kommentare zu Pfändungsfreigrenzen steigen drastisch

  • Die Formulierung „drastisch angehoben“ oder „auf ganze …“ finde ich reichlich überzogen! Bei immer höher werdenden Lebenshaltungskosten ist das nur gerecht! Natürlich ist das für den jeweiligen Gläubiger nachteilig aber man sollte die Kirche auch im Dorf lassen.

  • Wenn man bedenkt, dass die Pfändungsfreibeträge seit 6 Jahren nicht mehr angepasst wurden, dann kann man sicher nicht von „Drastisch angehoben“ reden.
    Mit den Pändungsfreibeträgen muss der ganze Lebensunterhalt bestritten werden. Dazu gehört die Miete mit den Energiekosten, die Fahrkosten zur Arbeit bis zu einer Entfernung von 30 km die in den Pfändungsfreibetrag eingerechnet wurden und dann natürlich die notwendigen Lebensmittel.

    Geht man alleine davon aus, dass man einen alten PKW behalten darf und täglich 30km zur Arbeit,also 60km fahren muss, dann sind das im Jahr 13200 km oder bei einem Verbrauch von 7 Liter auf 100km ein Benzinbedarf von 924 Litern und bei einem Preis von 1,56 € macht das jährlich 1441€ oder monatlich 120€
    Bei einer Warmmiete von 450€ was meist nur eine Bruchbude ist, Stromkosten von 50€ und Telefonkosten von 30€, KFZ-Versicherung von 30€ und KFZ-Steuer von 10€, dann benötigt man schon:
    690€ für Fixkosten.
    Wer rechnen kann, der dürfte erkennen, dass man mit HARZ4 auch nicht schlechter lebt.
    Die Gläubiger sollten also froh sein, dass die Freibeträge erhöht werden, nur mit vernünftigen Freibeträgen wird ein Schuldner auch den Sinn sehen, mit ehrlicher Arbeit sein Geld zu verdienen von dem der Gläubiger dann auch einen Teil ab bekommt.
    Man darf auch nicht vergessen, dass viele Schuldner durch kleine Schulden und der Sturheit von Gläubigern und den Abzockmethoden von Inkassofirmen in die totale Zahlungsunfähigkeit gebracht wurden. Eine bessere Verhandlungsbereitschaft der Inkassos und Gläubiger würde da oft zu einem besseren Ergebnis führen.

    Meine Schulden hätten mit einem Vergleich von 50% beseitigt werden können, aber kein Gläubiger lies sich darauf ein, nun, durch die Privatinsolvenz werden von mir voraussichtlich 10% in 6 Jahren bezahlt, davon behält der Insolvenzverwalter fast 60% für sich. Also bekommen die Gläubiger nur 2,5%. Selbst Schuld!!!
    Die 50% hätten Eltern und Geschwister übernommen.

  • Pfändungsfreigrenzen steigen drastisch
    – und das ist gut so!

  • Netter Blog, ich komme jetzt regelmaessig

  • was ist denn das hier für eine Kampagne?

    „drastisch angehoben“….“steigt auf Ganze“…bei Beträgen wie 43 Euro mtl. ist das wohl lächerlich.

    haben die Einreiber scheinbar etwas aus dem Auge verloren, dass Lebensmittel + Energiekosten in den letzten Jahren um ein vielfaches der hier dargestellten 5% gestiegen sind.

    Insofern bleibt den Eintreibern eigentlich seit Jahren mehr, als ihnen zu steht…

  • 1. Dürfte der Betrag HÖCHSTENS die inflationsbedingte Teuerung (gerade bei Wohnraum, Energie, Lebensmittel, Mobilität und anderen lebensnotwendigen Gütern) ausgleichen. Dies hier als erheblich bzw. drastisch darzustellen war bereits zum Zeitpunkt des Beitrages absolut lächerlich.

    2. Sollten sich die Gläubiger lieber mal Gedanken machen, WARUM die Schuldner kein gesteigertes Interesse daran haben die Forderung zu begleichen. Wenn aus einer Forderung von unter 100 Euro z.B. innerhalb kurzer Zeit ohne jeglichen Mehrwert (für beide Seiten) mehrere 100 Euro werden (Juristen und Banker müssen ja auch gut leben & Co.) anstelle mit dem Schuldner eine sinnvolle Stundung (ggf. mit ausschließlicher Berechnung der gesetzlichen Verzugszinsen) oder einen Vergleich zu vereinbaren, brauchen sich die Gläubiger keineswegs wundern bzw. rumheulen, das ihre Forderungen nicht beglichen werden sondern vielmehr nur die von ihnen gerufenen Geister.

    3. Sollten beide Seiten überlegen, welche Voraussetzungen vorliegen sollen. Wer weiter die 4 großen Parteien wählt, der wählt ein Wirtschaftssystem/Politiksystem, was bereits mehrfach seine Untauglichkeit unter Beweis gestellt hat. Autos kaufen keine Autos. Das immer größer werdende Heer aus Niedriglöhner, Scheinselbständige und Sozialhilfeempfänger kurbeln die Wirtschaft nicht an. Diese produzieren nur Zahlungsausfälle, weil sie gezwungen sind oder es zumindest sehr schmackhaft gemacht wird „über die Verhältnisse zu leben“. Wer Merkel/Steinbrück wählt, wählt Zahlungsausfall und Armut. Der soll sich dann bitte auch nicht beschweren!

  • Mittlerweile wird die Pfändungsfreigrenze ja regelmäßig angepasst, was ich schon sehr wichtig finde. Denn die Kosten steigen im allgemeinen ja auch weiter an, da müssen auch die Freigrenzen berücksichtigt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

So erreichen Sie uns


Die Rechtsdienstleister


Mörikestraße 1
71131 Jettingen


Tel: 07452 - 75 08 29 1
Fax: 07452 - 75 08 29 0
eMail: info@die-rechtsdienstleister.de


Bürozeiten:


Montag - Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr
und 13.00 - 17.00 Uhr


Freitag 8.30 Uhr - 12.00 Uhr und
13.00 - 15.00 Uhr


Termine nur nach Vereinbarung!