Die Rechtsdiensleister Inkasso • Gütestelle • Zwangsverwaltung

Als Zwangsverwalter kommt man hin und wieder nicht umhin, eine Kündigung im Wege der Räumungsklage gerichtlich durchzusetzen. In aller Regel sind dies relativ schnelle Verfahren bei den hiesigen Gerichten, die oft auch durch Versäumnis- oder Anerkenntnisurteile enden.

In einem aktuellen Fall zieht sich das Verfahren nun schon eine gefühlte Ewigkeit. Diverse Zeugen wurden vernommen und es kristalisierte sich von Verhandlungstermin zu Verhandlungstermin immer deutlicher heraus, dass die Kündigung und somit die Räumung unumgänglich ist.

Das Gericht versuchte mehrfach und nachdrücklich auf einen Vergleich hinzuwirken, aber die Gegenseite zeigte sich uneinsichtig und war zu einem Vergleich nicht bereit. Nach weiteren zähen Diskussionen legte das Gericht seine Rechtsansicht ausführlich dar und riet der Gegenseite erneut und in aller Deutlichkeit dazu, den Vergleich anzunehmen, da dieser ein wirklich “gutes Geschäft” sei. Von einem günstigeren Prozessausgang sei nach der nun ausführlich durchgeführten Beweisaufnahme nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil.

Die Gegenseite erbat sich daraufhin einige Wochen Bedenkzeit und lehte dann endgültig den von Seiten der Zwangsverwaltung mit Billigung der Gerichts vorgeschlagenen Vergleich ab. Wie für alle, außer eventuell für die Gegenseite, zu erwarten war, verurteile das Gericht die Mieter daraufhin zur Räumung und Zahlung wie in der Klage beantragt. Im schriflichen Urteil ließ sich das Gericht den erneuten Hinweis nach dem Motto “Ich habe es Ihnen ja gleich gesagt, dass es nicht billiger wird” nicht nehmen und wies erneut daraufhin, dass der Vergleichsvorschlag der Zwangsverwaltung durchaus sehr wohlwollend ausgefallen sei.

Nach dererlei Sturheit verwunderte es zwar, dass die Berufungsfrist ungenutzt verstrich, aber selbstverständlich wurden die Räumlichkeiten nicht ohne Zwang geräumt. Zu den titulierten Mietrückständen kamen dadurch dann noch weitere Zwangsvollstreckungskosten in Höhe von mehreren Tausend Euro für die Zwangsräumung.

Hätte die Gegenseite damals gleich den Vergleich angenommen wäre sie zum einen wesentlich günstiger davon gekommen, zum anderen hätte Sie die Räumlichkeiten nicht räumen müssen. Sogar eine Ratenzahlung wäre in Betracht gekommen.

Zwischenzeitlich konnte die Forderung durch diverse Pfändungen vor einiger Zeit vollständig beigetrieben werden. Allerdings erhielten wir heute die Nachricht, dass zwischenzeitlich die Privatinsolvenz eröffnet wurde.

Manchmal (nicht immer) ist es daher durchaus ratsam auf das zu hören, was einem das Gericht mehr oder weniger deutlich mitteilt um die negativen Folgen so gering wie möglich zu halten. Aber das muss jeder selbst wissen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

So erreichen Sie uns


Die Rechtsdienstleister


Mörikestraße 1
71131 Jettingen


Tel: 07452 - 75 08 29 1
Fax: 07452 - 75 08 29 0
eMail: info@die-rechtsdienstleister.de


Bürozeiten:


Montag - Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr
und 13.00 - 17.00 Uhr


Freitag 8.30 Uhr - 12.00 Uhr und
13.00 - 15.00 Uhr


Termine nur nach Vereinbarung!