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Einwohnermeldeamtsanfrage

Man könnte meinen, die Preise für einen Umzug sind mittlerweile völlig im Keller. Anders lässt es sich fast nicht erklären, dass eine Schuldnerin im Schnitt alle 6 Monate umzieht.

Wir bekommen von der Schuldnerin nur noch knapp 150 Euro. Das Meiste davon sind mittlerweile Kosten, die sie durch ihr Versteckspiel verursacht hat. Ratenzahlung wurde zwar vereinbart, wurde aber nach einigen Monaten auch wieder eingestellt.

Ich besuchte daher Anfang der Woche die Schuldnerin unter der Anschrift, die erst seit Mai gültig ist. Von außen sah alles aus wie immer, Klingelschild und das Schild auf dem Briefkasten war nach wie vor dran und auch sonst deutete nichts auf einen Auszug hin.

Als nach einigem Klingeln niemand öffnete wollte ich gerade wegfahren, als die Schwester des Vermieters kam und mir erzählte, dass die Dame seit gut 2 Wochen ausgezogen sei. Ein großer LKW einer Umzugsfirma habe die Sachen geholt und dann war sie von jetzt auf nachher ohne ein Wort weg.
Zu allem Überfluss hat sie wohl auch noch Mietschulden für 3 Monatsmieten hinterlassen, sowie einige kaputte Fensterscheiben und eine Menge Abfall.
Der Klassiker also.

Ähnlich ist es schon bei ihrem letzten Vermieter gelaufen. Auch hier hat wohl ein Umzugsunternehmen die Möbel und den restlichen Plunder abgeholt. Auch einige Mieten waren noch offen und die Wohnung war erst nach einigen Investitionen wieder vermietbar.

Ich weiß wirklich nicht was sich die Schuldnerin immer dabei denkt. Sie ist erst knapp über 20, hat aber nach eigenen Angaben schon Schulden im gehobenen zweistelligen Bereich.

Das sie sich nicht verstecken kann sollte ihr eigentlich mittlerweile bewusst sein. Bisher hatten wir sie jedes mal binnen kürzester Zeit aufgespürt und doch zumindest wieder den ein oder anderen Euro beigetrieben.

Auch jetzt wird es wieder so laufen, nur mit dem Ergebnis, dass die ganze Sache nochmal deutlich teurer wird. Aber anscheinend will sie es ja so.

Schade, wenn man sich in diesem Alter sein Leben schon von Grund auf ruiniert.

Anfang des Jahres hatte ich bei einer Gemeinde in der Gegend eine Einwohnermeldeamtsanfrage gemacht. Das Ergebnis wurde mir schriftlich mitgeteilt und dann passierte nichts.

Eine halbe Ewigkeit ging das so, bis ich vor einigen Wochen erneut bei dieser Gemeinde eine EMA stellte. Da die Antwort einige Zeit auf sich warten ließ, rief ich dort an und erkundigte mich nach dem Stand der Dinge. Die Sachbearbeiterin teilte mir mit, dass sie die Anfrage noch zurückgehalten habe, da sie wüsste, dass die Schuldnerin verzogen sei. Sie habe diese bereits durch den Amtsboten zur Ummeldung aufgefordert.

Freundlicherweise teilte mir die Dame die neue Anschrift mit, da die Schuldnerin diese wohl bereits bei anderen Behörden angegeben habe.
Die Sache sei damit ja sicherlich erledigt und sie könne die Anfrage vernichten, meinte sie.
Da ich ja hatte was ich wollte, stimmte ich dem zu und hoffte dabei insgeheim, dass die Auskunft kostenlos sein würde.

Leider täuschte ich mich da, denn vor wenigen Tagen wurde zunächst die Gebühr für die Anfrage Anfang des Jahres eingezogen, heute dann auch die Gebühr für die letzte Anfrage.

Dabei hatte ich schon fast geglaubt, dass man die erste Anfrage vergessen hätte. Naja, das wäre ja auch zu schön gewesen. Zum Glück halten sich die Kosten im Rahmen. Wobei die ja sowieso der Schuldner zu tragen hat. Er hätte sich schließlich auch einfach kurz melden können und die neue Anschrift mitteilen.

Wie Rechtsanwalt Melchior aus Wismar berichtet konnte er dank des Xing-Profils eines Schuldners dessen neue Arbeitsstelle ermitteln und so die Lohnansprüche pfänden.

Immer wieder entdeckt man bei der Suche nach einem Schuldner via Google einige interessante Seiten die der Schuldner brav mit seinen Daten gefüllt hat.
So hatte ich erst kürzlich eine Schuldnerin, die völlig erstaunt war, wie ich sie so schnell finden konnte obwohl sie sich (noch) nicht einmal beim Einwohnermeldeamt umgemeldet hatte. Da die Schuldnerin jedoch gerne bei Facebook & Co unterwegs ist hat sie natürlich auch ihren Bekannten via Facebook und MySpace mitgeteilt, dass sie umgezogen ist und wohin.

Oft ist es daher äußerst nützlich einfach mal Google für die Suche nach seinen Schuldnern zu bemühen. Teilweise erfährt man dabei allerhand interessante und nützliche Dinge die der Schuldner freiwillig preisgegeben hat.
Das spart nicht nur Geld, sondern man spart oft auch eine Menge Zeit bis man die nötigen Informationen von den zuständigen Stellen erhalten hat.

Nach rund 6 Monaten konnte ich eine der ersten Akten abschließen.
Die Schuldnerin hat es einem nicht besonders leicht gemacht.

Sie war grundsätzlich nicht anzutreffen, auf meine Schreiben reagierte sie selbstverständlich auch nicht und auch sonst konnte keinerlei Kontakt aufgebaut werden.

Wir haben Strafanzeige gegen sie gestellt, das Verfahren wurde nach § 170 StPO eingestellt.

Wir haben den Gerichtsvollzieher zur Pfändung geschickt, er konnte niemanden antreffen. Daraufhin ist der Haftbefehl beantragt und erlassen worden.

Da sie sich bisher erfolgreich vor der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung gedrückt hat, pfändeten wir mehr oder weniger auf Verdacht bei zwei ortsansässigen Banken. Eine davon war ein Volltreffer und wir erhielten einen Großteil der Forderung ausbezahlt.

Die Einwohnermeldeamtsauskunft brachte ebenfalls kein Ergebnis bzw. nur das Ergebnis, dass die Schuldnerin zwar dort wohnen müsste, es aber nachweislich nicht tat.

Daraufhin erstatteten wir Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen Verstoß gegen das Meldegesetz. Bereits wenige Tage später erhielt ich ein Schreiben mit der aktuellen Adresse der Schuldnerin.

Ich überlegte mir bereits, wie wir weiter vorgehen sollten und war drauf und dran, den Gerichtsvollzieher mit dem Haftbefehl an die neue Adresse zu schicken.
Zuvor schaute ich jedoch wegen einer anderen Sache noch einmal auf das Konto und stellte fest, dass die Bank auch noch die Restforderung, die ich ihr wenige Tage zuvor mitgeteilt habe überwiesen hat.

Die Verhaftung war somit hinfällig und ich konnte die Akte nach einigem Kopfzerbrechen endlich ablegen.

Um ehrlich zu sein hatten wohl alle nicht mehr daran geglaubt, dass sich in dieser Sache doch noch was erreichen lässt. Umso erfreulicher, dass die Forderung nun komplett bezahlt ist und die Akte endgültig vom Tisch ist.

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