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Es wird oft genug über die Langsamkeit der deutschen Behörden gemeckert – auch von mir. Teilweise ist aber gerade diese Langsamkeit auch von Vorteil.

Vor etwa 6 Wochen habe ich in einer Sache um eine Abschrift des Vermögensverzeichnisses gebeten und einen Verrechnungsscheck für die Gerichtsgebühren beigelegt.
Zuvor habe ich beim zuständigen Amtsgericht telefonisch angefragt, wie sie die Gebühren am liebsten bezahlt hätten. Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass ich einfach einen Verrechnungsscheck beilegen soll und das dann schon in Ordnung gehen würde.

Die gewünschte Abschrift erhielt ich postwendend. Nach nicht einmal einer Woche lag sie im Briefkasten.

Gestern, nach insgesamt 6 Wochen sah ich via Onlinebanking, dass der Verrechnungsscheck auch eingelöst wurde. Auch wenn die Summe nicht besonders hoch war ist diese Form der Langsamkeit doch erfreulich. Bei größeren Beträgen hätten sich in dieser Zeit schon einige Zinsen angesammelt.

Langsamkeit die sich also doch manchmal auszahlt!

Immer wieder taucht die Frage auf, die man eigentlich ein Inkassounternehmen gründet und ob das jeder machen darf.
Aus diesem Grunde möchte ich an der Stelle erläutern, welche Voraussetzungen es gibt und wie man letztlich eine Registrierung als Inkassounternehmer bekommt.

In meinem Fall entstand die Idee, mich mit einem Inkassounternehmen selbstständig zu machen während ich mit einer Freundin und Kommilitonin für eine Klausur lernte.
Nach einigen Überlegungen, wie man das juristische Studium bereits jetzt nutzen könnte, kamen wir auf die Idee eines Inkassounternehmens.
Die Recherche bezüglich der Voraussetzungen ergab, dass hierfür eine Zulassung nach dem Rechtsberatungsgesetz (RBerG) (nun nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG)) nötig ist.

Ein Anruf beim Landgericht Stuttgart ergab dann, dass es möglich ist, eine Sachkundeprüfung vor dem Landgericht zu absolvieren, sofern der hierfür nötige Antrag auf Erteilung einer Inkassozulassung bis spätestens 30.6.2008 beim zuständigen Amtsgericht eingeht. Danach wäre der Nachweis  der Sachkunde nur noch durch einen Lehrgang oder eine langjährige Tätigkeit in diesem Bereich möglich.

Neben einem Lebenslauf musste der Antrag ein polizeiliches Führungszeugnis enthalten. Nachdem dann das Amtsgericht weitere Informationen eingeholt hatte, gab es den Antrag zuständigkeitshalber an das Landgericht in Stuttgart ab.

Dort erhielt ich die Mitteilung, dass der Nachweis meiner Sachkunde durch eine Sachkundeprüfung vor drei Richtern des Landgerichts nachzuweisen sei. Der Prüfungsstoff war dabei sehr breit gefächert. Von profunden Kenntnissen des BGB, der ZPO sowie dem HGB wurden unter anderem auch Kenntnisse im Aktienrecht verlangt.

Die Sachkundeprüfung fand dann Ende November 2008 statt. Jeder der drei Richter stellte verschiedenste Fagen aus allen möglichen gebieten. Teilweise wurden mir auch Fälle vorgelegt, wie man es aus der Uni kennt. Diese mussten gelöst und mit den richtigen Paragraphen untermauert werden. Zudem musste man einer Diskussion standhalten, wieso gerade dieses Ergebnis richtig ist und nicht eine andere Lösung denkbar ist. Insgesamt dauerte die Prüfung knapp über eine Stunde. Das Niveau war sehr hoch und ich war froh, dass ich Jura damals schon im 4. Semester studierte, andernfalls hätte ich wohl deutlich größere Schwierigkeiten gehabt, den Fragen standzuhalten.

Nach dem die Sachkundeprüfung dann bestanden war, erhielt ich Anfang Februar meine Zulassung durch den Präsidenten des Landgerichts Stuttgart. Auf Grund des RDG war es jedoch nicht mehr möglich sofort mit der Tätigkeit zu beginnen. Stattdessen war eine Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister nötig.

Für die Registrierung benötigt man als sog. Alterlaubnisinhaber (Zulassungsinhaber auf Grund des RBerG) neben der Zulassungsurkunde auch einen Nachweis über den Abschluss einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung. Die Versicherungssumme ist dabei durch eine Verordnung zur RDG vorgeschrieben.

Nach insgesamt ca. 8 Monaten erhielt ich dann am 18.02.2009 meine Registierungsurkunde und konnte damit dann als Inkassounternehmer fremde Forderungen einziehen.

Insgesamt wird durch die Registeriungsbehörden eine hohe Zuverlässigkeit in allen Bereichen sowie eine außerordentliche Sachkunde im gesamten Zivilrecht verlangt. Zudem unterliegt jeder Erlaubnisinhaber der Aufsicht durch den Präsidenten des Landgerichts. Somit ist eine rechtsstaatliche und korrekte Arbeitsweise der Inkassounternehmen sichergestellt und schwarze Schafe wie Moskau Inkasso etc. haben kaum noch Chancen.

Normalerweise bin ich es gewohnt, dass eine einfache Anfrage beim Schuldnerregister, ob eine e.V. oder ein Haftbefehl gegen einen Schuldner vorliegt, mindestens 2 Wochen dauert.

Heute hatte ich jedoch schon die Auskunft in der Post und das, obwohl die Anfrage erst am Freitag rausgegangen ist.

Mal sehen wie schnell die nächsten Anfragen bearbeitet werden, ich hoff ja, dass es nicht nur eine Eintagsfliege war, sondern zur Gewohnheit wird.
So jedenfalls muss man dem Amtsgericht ein dickes Lob aussprechen.

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