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Kosten

Das gilt nicht nur dann, wenn er völlig unrealistische Erwartungen hat was die (gesetzlichen) Möglichkeiten angeht, sondern hin und wieder auch, wenn es darum geht Geld in eine Sache zu investieren.

Erst vor kurzem erhielt ich ein neues Mandat, in dem momentan das Insolvenzverfahren gegen den Schuldner läuft. Der Gläubiger ist jedoch nach wie vor der Ansicht, dass die vom Schuldner hinsichtlich seines Einkommens gemachten Angaben falsch sind. Zudem ist der Schuldner laut Insolvenzgericht unbekannten Aufenthalts und aller Wahrscheinlichkeit wird das Verfahren gegen ihn in Kürze sowieso mangels Masse eingestellt.

Der Gläubiger wollte hier unbedingt eine Einwohnermeldeamtsauskunft eingeholt haben, weil er der Aufenthaltsermittlung des Insolvenzgerichts sowie des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht traute. Wie zu erwarten erhielten wir die Auskunft, dass der Schuldner nach unbekannt verzogen sei.
Somit hätte der Gläubiger sich die Ausgaben sparen können.

Aber damit nicht genug. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten wir direkt einen Detektiv beauftragt, der den Schuldner ein paar Tage beschatten sollte, nachdem er ihn erstmal ausfindig gemacht hat. Alles Kosten, in nicht gerade geringer Höhe, die während des Insolvenzverfahrens durch niemand erstattet werden.

Nach einiger Diskussion konnten wir uns dann aber letztlich doch darauf einigen, erstmal abzuwarten, was das Insolvenzverfahren noch bringt. Sollte dann die Zwangsvollstreckung wieder möglich sein werden wir kurzfristig überlegen welche Maßnahmen Sinn machen und welche Kosten hierbei vertretbar sind.

Meistens hat man es ja eher mit der Sorte Mandanten zu tun, die jeden Cent zweimal umdrehen, bevor sie ihn in so eine Sache stecken. An sich ist das ja auch durchaus verständlich und wirtschaftlich auch hin und wieder sinnvoll.
Es erschwert jedoch die Arbeit unheimlich, wenn man eigentlich alles beisammen hat, um eine Lohnpfändung auszubringen, der Mandant aber bereits die 15 Euro für den Pfändungs- & Überweisungsbeschluss scheut. Wenn man dann noch damit anfängt, dass zusätzlich noch Gerichtsvollzieherkosten für die Zustellung des Beschlusses anfallen, dann ist es bei einigen Gläubigern völlig aus.

Man kommt teilweise einfach nicht umhin ein paar Euro in die Zwangsvollstreckung zu investieren um eventuell doch noch an sein Geld zu kommen. Man muss jedoch auch immer die Kosten zum erhoften Nutzen in Relation setzen um nicht wirklich unnötiges Geld für eine Sache auszugeben, die es nicht wert ist.

Teilweise wäre man froh, wenn der ein oder andere Schuldner seine Finanzen endlich in den Griff bekommen würde, teilweise ist es aber auch so, dass der ein oder andere auch fast schon zum Stammkunden wird.

Erst in den letzten Tagen bekamen wir wieder eine Forderungssache rein, bei der uns die Schuldnerin bereits aus diversen anderen Verfahren gut bekannt war.

Sie hatte mal wieder eingekauft, konnte mal wieder nicht bezahlen und unser Mandant hat sich mal wieder dazu hinreißen lassen, die Sache auf Rechnung zu machen. Und das, obwohl wir alleine für ihn bei dieser Schuldnerin in der näheren Vergangenheit bereits 4 Verfahren in ähnlichen Fällen bearbeitet hatten.
Zu seinem Glück konnten zwar bisher immer alle Forderungen komplett realisiert werden, aber mit fast 100 %iger Sicherheit hatten wir bereits wenige Wochen später erneut eine Rechnung der Schuldnerin auf dem Tisch die mal wieder nicht bezahlt wurde.

Glücklicherweise handelt es sich bei der Schuldnerin um eine doch relativ einsichtige und unkomplizierte Schuldnerin. Ohne große Diskussion meldet sie sich regelmäßig auf unser erstes Schreiben und überweist die Forderung dann samt Kosten und Zinsen binnen einiger Tage auf unser Konto.

Es gibt aber leider auch andere, nicht ganz so angenehme Stamm-Schuldner. Diese Spezies meint dann jedes mal Theater machen zu müssen und nicht nur endlose sondern auch völlig sinnlose Diskussionen über die Höhe der Kosten und der Zinsen führen zu müssen.
Einige meinen dann teilweise, dass sie ja schließlich regelmäßig mit uns zu tun haben und wir ja langsam einen Rabatt für sie einführen könnten.
Das noch niemand auf die Idee einer Flatrate oder eines Abos gekommen ist fehlt zum Glück noch.
Aber vielleicht verstehen es auch diese Schuldner eines Tages, dass es weder billiger noch schneller geht, wenn sie bei jeder Sache die gleiche Nummer abziehen.

Unseren Rat, dass es immer am billigsten und bequemsten ist, wenn sie ihre Rechnungen gleich bezahlen, scheinen die Meisten aber schlicht zu ignorieren und bescheren uns somit ein sicheres Einkommen.

Anfang des Jahres hatte ich bei einer Gemeinde in der Gegend eine Einwohnermeldeamtsanfrage gemacht. Das Ergebnis wurde mir schriftlich mitgeteilt und dann passierte nichts.

Eine halbe Ewigkeit ging das so, bis ich vor einigen Wochen erneut bei dieser Gemeinde eine EMA stellte. Da die Antwort einige Zeit auf sich warten ließ, rief ich dort an und erkundigte mich nach dem Stand der Dinge. Die Sachbearbeiterin teilte mir mit, dass sie die Anfrage noch zurückgehalten habe, da sie wüsste, dass die Schuldnerin verzogen sei. Sie habe diese bereits durch den Amtsboten zur Ummeldung aufgefordert.

Freundlicherweise teilte mir die Dame die neue Anschrift mit, da die Schuldnerin diese wohl bereits bei anderen Behörden angegeben habe.
Die Sache sei damit ja sicherlich erledigt und sie könne die Anfrage vernichten, meinte sie.
Da ich ja hatte was ich wollte, stimmte ich dem zu und hoffte dabei insgeheim, dass die Auskunft kostenlos sein würde.

Leider täuschte ich mich da, denn vor wenigen Tagen wurde zunächst die Gebühr für die Anfrage Anfang des Jahres eingezogen, heute dann auch die Gebühr für die letzte Anfrage.

Dabei hatte ich schon fast geglaubt, dass man die erste Anfrage vergessen hätte. Naja, das wäre ja auch zu schön gewesen. Zum Glück halten sich die Kosten im Rahmen. Wobei die ja sowieso der Schuldner zu tragen hat. Er hätte sich schließlich auch einfach kurz melden können und die neue Anschrift mitteilen.

Gerade eben stieß ich in einem Blog eines Richters “Im Namen des Volkers” auf folgende Homepage:

Anwalt18Euro.de

Dort kann man sich für 18 Euro eine halbe Stunde lang von einem Anwalt beraten lassen. Die Stunde kostet also nur noch 36 Euro.

Über die Qualität kann man diesen Schleuderpreisen wahrscheinlich eher nicht sprechen. Welcher Anwalt kann es sich schließlich leisten, seine Zeit für 18 Euro die halbe Stunde zu “verschenken”?

Mal sehen wie lange sich die Kanzlei halten wird. Etwas Ähnliches ist ja bereits vor einiger Zeit gescheitert.

Zum Glück gibt es sowas für Inkassounternehmen (noch) nicht. Wobei auch hier einige meinen, sie müssten ihre Dienstleistung verschenken.

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