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Post

Es ist genau 16.16 Uhr als der Postbote heute endlich auftauchte.
Normalerweise kommt die Post hier zwischen 10 und 11 Uhr am morgen, manchmal auch schon um 9 oder auch mal erst um 11.30 Uhr.
Später aber eigentlich nie. Eigentlich.

Denn seit wir hier einen neuen, jungen Postboten haben, kommt die Post grundsätzlich nicht vor 14 Uhr. Meistens ist es halb 3 oder sogar 3.
Daran haben wir uns mittlerweile schon fast gewöhnt und irgendwie auch abgefunden.
Auch das Thema Postfach kam dadurch schon mehrfach auf. Bisher bestand jedoch die Hoffnung, dass der “Neue” nur eine Ferienaushilfe ist und sich das Problem bald von selbst erledigt haben wird.

Heute nun, setzte der Postbote dem ganzen noch einen drauf. Er stellte tatsächlich einen neuen Rekord auf, indem er sich hier erst um 16.16 Uhr blicken lies. Hätten wir nicht zufällig ein Paket bekommen, wäre es wohl niemandem aufgefallen.

Der Postbote entschuldigte sich dann sogar und meinte ganz beiläufig, er sei heute etwas spät. Etwas ist gut. Im Vergleich zu seinen deutlich älteren Kolleginnen, ist “etwas zu spät” schon deutlich untertrieben. Selbst die langsamste davon schafft es, die Post spätestens bis 11 Uhr hier vorbei zu bringen. Problemlos.
Nur dieser Postbote, der seinem Outfit zufolge auf jung und sportlich macht, bekommt es auch nach etlichen Wochen noch immer nicht in den Griff die Post zu einer halbwegs normalen Zeit vorbei zu bringen.

Irgendetwas muss jetzt passieren. Entweder ein Postfach muss her, oder eine Beschwerde direkt bei der Post. Ob das jedoch so viel bringt?
So jedenfalls kann es auf Dauer nicht weitergehen. So langsam ist normalerweise nicht einmal die Post!

In einer eigenen Forderungssache gegen einen ehemaligen Mandanten haben wir vor einigen Wochen einen Mahnbescheid beantragt.
Dieser wurde auch problemlos zugestellt. Der von uns fristgemäß beantragte Vollstreckungsbescheid wurde ohne weiteres erlassen und an die Deutsche Post zur Zustellung mittels Postzustellungsurkunde gegeben.

Eigentlich kein Problem. In der Regel trifft der Postbote niemanden an, wirft daraufhin das Schreiben in den Briefkasten und vermerkt dies auf der Zustellurkunde, die er zur Bestätigung unterschreibt.

Eigentlich. Bei dieser Zustellung muss jedoch so einiges schief gelaufen sein. Laut Auskunft des zuständigen Rechtspflegers warf der Postbote den Vollstreckungsbescheid zwar in einen Briefkasten ein, jedoch in den völlig falschen. Aus der Zustellurkunde ergibt sich wohl, dass der Brief einige Straßen weiter in einen Briefkasten eingeworfen wurde. Nicht einmal der Schuldnername war identisch.

Das Amtsgericht teilte uns dies per Post mit (die sogar im richtigen Briefkasten gelandet ist) und teilte weiterhin mit, dass der Zustellungsmangel nicht geheilt werden kann und daher die Zustellung erneut auf Kosten der Post in Auftrag gegeben wurde.

Zum Glück haben wir in dem Fall ausnahmsweise eine Vorpfändung auf das Konto des ehemaligen Mandanten ausgebracht. Hätten wir dies nicht hätte es womöglich auch sein können, dass der Schuldner durch diese Verzögerung bei der Zustellung das Konto leergeräumt hätte und wir wieder auf dem Trockenen gesessen wären.
So aber teilte uns die Bank bereits mit, dass genügend Guthaben vorhanden sei um unsere Forderung komplett zu begleichen.

Andernfalls wäre es sicherlich noch interessant geworden, ob wir in diesem Falle von der Post etwas bekommen hätten. Außergerichtlich sicherlich nicht und wegen so einer Summe lohnt sich der Aufwand vor Gericht fast nicht.

Es passiert in letzter Zeit deutlich öfter als sonst, dass Briefe mit einem meist unleserlichen Stempel der Post als unzustellbar zurückkommen.

Teilweise mag das ja auch stimmen, teilweise kann es jedoch schlicht und einfach nicht stimmen, da die Adresse einige Tage zuvor selbst überprüft wurde.

Ist es den so schwierig, dass man einen Brief, der noch dazu nicht gerade günstig ist, zustellt, wenn die Empfänderanschrift nachweislich existiert und ein beschrifteter Briefkasten vorhanden ist?
Man könnte manchmal meinen, die Briefe werde nicht einmal mehr auf die jeweilige Tour mitgenommen, sondern erhalten bereits im Depot den Stempel um danach wieder (mit etlichen Tagen Verzögerung) beim Absender zu landen.

Meistens kommt dann jedoch der nächste Brief, der an exakt die gleiche Adresse ging, ohne Probleme an. Wie das gehen soll weiß ich beim besten Willen nicht. Wahrscheinlic wechselt der Empfänger täglich das Schild am Briefkasten aus um die Post absichtlich zu verwirren. Wer weiß.

Schade nur, dass die hier verfügbaren privaten Postanbieter meist noch unzuverlässiger sind wie die Post. Das zu toppen ist eigentlich schon eine Leistung, aber lassen wir das. Mangels Alternativen werden wir uns wohl noch eine Weile lang mit dem “Gelben Riesen” abfinden müssen.

An 0,55 Euro ist ja nun mal auch wirklich nichts mehr verdient, da macht es wirtschaftlich schon Sinn, wenn ein und der selbe Brief zweimal frankiert wird.

Wie oft habe ich bisher schon gehört, dass der Schuldner die Forderung sofort, gleich, oder sogar unverzüglich überweist. Viele versuchen sich so wieder ein paar Wochen Luft zu verschaffen, in dem sie leere Versprechungen machen.
Dieses Phänomen tritt auffallend häufig bei Teilzahlungsvereinbarungen auf. So gut wie jeder Schuldner der mir telefonisch eine Ratenzahlung verspricht, verspricht mir auch die Teilzahlungsvereinbarung, die ich ihm postwendend zuschicke, innerhalb von einer Woche unterschrieben zurückzuschicken. Schätzungsweise in 9 von 10 Fällen kommt die Teilzahlungsvereinbarung nicht fristgemäß zurück. Fragt man dann nach den Gründen hört man immer wieder die Ausrede, dass man die Vereinbarung schon vor Tagen weggeschickt habe und die Post sie vielleicht verloren habe.
Über die Zuverlässigkeit der Post kann man sicherlich streiten, aber es ist schon mehr als ein Zufall, dass ausgerechnet solche Sendungen grundsätzlich verloren gehen.

Mittlerweile bin ich von Anfang an darauf vorbereitet, dass ich doch zum Schuldner fahren muss und die Teilzahlungsvereinbarung persönlich abholen muss. Umso überraschender ist es dann, wenn tatsächlich mal eine Vereinbarung den Weg zu mir findet.

Ich bin mal gespannt, ob sich die Ausreden im Laufe der Zeit ändern. So richtig daran glauben tue ich allerdings nicht. Auch in ein paar Jahren wird es höchstwahrscheinlich immer noch die gleiche Laier sein.

Beim durchschauen der Post ist mir gerade gerade folgendes aufgefallen:

Eigentlich dachte ich, dass das Amtsgericht Stuttgart auch geografisch in Stuttgart und somit in Württemberg liegt.

Offensichtlich wurde die Widerspruchsmitteilung gegen einen Mahnbescheid jedoch in Karlsruhe abgeschickt.

Bei meinem letzten Besuch am AG Stuttgart fuhr ich allerdings auch nach Stuttgart und nicht nach Karlsruhe. Merkwürdig.

Vielleicht ist mir auch nur entgangen, dass die Amtsgerichte in Baden-Württemberg mittlerweile eine einheitliche und zentrale “Serviceeinheit” in Karlsruhe haben. Allerdings scheinen die Gerichte in Böblingen und Nagold nicht daran teilzunehmen. Dort steht dann auch auf dem Poststempel Böblingen bzw. Nagold.

Aber eigentlich ist es auch egal woher die Post kommt, hauptsache sie kommt an. Wobei ich Widerspruchsmitteilungen eigentlich nicht so gerne bekomme, aber dagegen kann man ja nichts machen.

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