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Tricks

Manche Schuldner meinen schon sie hätten die Weisheit wahrlich mit Löffeln gefressen. Nicht nur das sie sich teilweise völlig dumm bzw. ahnungslos stellen wenn es darum geht, dass eine Rechnung noch offen ist, man wird auch am laufenden Bank angelogen das sich die Balken biegen.

Erst heute meinte eine Schuldnerin, sie könnte mich für blöd verkaufen. Ich war schon mehrmals bei ihr zuhause und wir kannten uns daher schon. Heute war dann wie üblich die monatliche Rate fällig, die ich wie vereinbart abholen wollte.

Als ich zu ihr fuhr, besuchte ich vorher noch einige andere Schuldner und war ganz in der Nähe, nur ein paar Häuser weiter. Als ich dann heute morgen in die Straße einbog, sah ich, wie sie gerade mit einigen Einkaufstüten bepackt in Richtung ihrer Wohnung lief.

Nachdem ich dann kurz bei einem ihrer Nachbarn war um dort ebenfalls etwas abzuholen ging ich zu ihrer Wohnung und klingelte. Ich wusste ja, dass sie da war, da mal von der Nachbarswohnung einen direkten Blick auf ihren Eingang hat.

Erst beim dritten Klingeln meldete sie sich über die Sprechanlage und meinte, Frau XY, unsere Schuldnerin, sei nicht zuhause. Sie sei ihre Tante und Frau XY würde erst heute Abend wieder zurück sein. Außerdem sei sie gerade unter der Dusche gewesen und könne daher nicht mit mir sprechen.
Als ich der angeblichen Tante dann mitteilte, dass ich Frau XY gerade eben erst gesehen hatte, wie sie schwer bepackt mit Lebensmitteln in ihre Wohnung gegangen sei, tat sie so, als würde sie in der Wohnung schauen, ob die angebliche Nichte nun doch daheim sei.

Wie zu erwarten konnte sie sie natürlich nicht finden – wie auch, wenn die Tante doch eigentlich selbst die gesuchte Schuldnerin ist. Ich glaube sie merkte irgendwann, dass ich ihr die Nummer nicht so ganz abkaufe, jedenfalls bat sie dann doch um zwei Minuten Zeit um sich etwas anzuziehen, dann würde sie nach unten kommen und mir die Türe öffnen.

Einige Minuten später kam nicht etwa die ominöse Tante, sondern die Schuldnerin höchstpersönlich an die Türe. Sie sei im Wohnzimmer gewesen und ihre Tante hätte sie wohl nicht gefunden. Komisch nur, dass sie mir erst vor einigen Monaten geklagt hatte, dass sie keine Verwandten hier habe, sondern alle noch in der Türkei seien und auch noch nie hier gewesen wären.

Naja, immerhin hatte sie dann sogar die vereinbarte Rate zur Hand und der Besuch war trotz der fast schon bühnenreifen Schauspielleistung nicht ganz umsonst.

Es ging um Kosten aus einem Dienstleistungsvertrag zwischen unserer Mandantin und ihrem damaligen Auftraggeber, der ihr noch rund 1.500 € schuldete.

Zunächst zeigte sich der Schuldner auf unser Schreiben hin kooperativ und einsichtig. Er teilte uns sogar schriftlich mit, dass er die Forderung unserer Mandantin in vollem Umfang inkl. Zinsen und Kosten anerkannen würde und schlug vor, eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Wie häufiger kam die gewünschte Ratenzahlung nicht zustande, da der Schuldner die Vereinbarung nicht zurücksendete und auch die Ratenzahlung nicht aufnahm. Stattdessen leistete er eine kleinere Einmalzahlung direkt an die Mandantin mit der Bitte, dass man die Sache ohne das Inkassounternehmen klären möge. Doch darauf ließ sich die Mandantin nicht ein, sondern bat uns beim zuständigen Mahngericht die Titulierung zu veranlassen.

Der Mahnbescheid wurde dem Schuldner dann am 24.12.2010 zugestellt und nachdem die zweiwöchige Frist abgelaufen war, wollten wir den Vollstreckungsbescheid beantragen. Zu diesem Zweck riefen wir kurz bei der Mandantin an, ob sie weitere Zahlungen erhalten habe.

Die Mandantin hatte tatsächlich eine Zahlung des Schuldners in Höhe der exakten Restforderung erhalten, jedoch wurde diese Buchung durch die Bank als Irrläufer postwendend zurückgebucht. Die Nachfrage bei der Bank ergab, dass der Schuldner wohl als Zahlunsgempfänger eine völlig andere Person angegeben hat, die übrigen Daten jedoch das Konto unserer Mandantin betreffen würden.

Ein Trick, den mittlerweile schon mehrere Schuldner versucht haben, um die Beantragung des Vollstreckungsbescheids zumindest um einige Tage hinauszuzögern. Was genau der Sinn dahinter ist konnte uns bisher keiner der Schuldner genau erläutern. Anscheinend soll es ein Tipp aus dem Internet sein.

Der Vollstreckungsbescheid wurde dann jedoch trotzdem beantragt, da die Zahlung von der Bank wieder zurückgebucht wurde. Der Schuldner wird also in den nächsten Tagen erneut Post vom Mahngericht bekommen und wir werden uns dann mittels einer Pfändung aus seinem Bankguthaben bedienen.

Dabei hätte er es eigentlich so viel günstiger haben können. Aber wer nicht hören kann muss eben fühlen.

Gestern Abend musste ich mich mit einem weiteren Schuldner befassen, der ebenfalls Ratenzahlung vereinbart hat, die er jedoch nicht eingehalten hat.

Der Schuldner scheint generell gerne ein bisschen Dick aufzutragen (siehe Artikel Dicke Hose) und sich nicht an Vereinbarungen zu halten.

Als ich ihn gestern mal wieder in seiner Wohnung aufsuchen wollte teilte mir seine Vermieterin mit, dass sie ihn schon seit 6 Wochen weder gesehen noch erreicht hat. Die Miete wurde natürlich auch nicht bezahlt.

Die Recherche im Internet ergab, dass er wohl Gründungsmitglied eines Vereins ist. Dort war auch eine Telefonnummer zu finden die mir bisher nicht bekannt war. Zudem fand ich bei Firmenwissen.de einen Eintrag seiner Firma wo ebenfalls eine neue Telefonnummer angegeben war. Angeblich alles Creditreform geprüft.

Der Anruf bei der ersten Rufnummer ergab, dass der Schuldner hier wohl eine Rufumleitung auf ein Handy einer wildfremden Person geschaltet hat. Sowohl die Handybesitzerin als auch ich waren etwas verwundert, wieso ich bei ihr auf dem Handy ankomme, obwohl ich eine Festnetznummer gewählt habe.

Auch die zweite Nummer führte zu einer Dame die den Schuldner nicht kennt.

Ich werde nun mit meinem Mandanten sprechen welche Schritte er bereit ist hier zu gehen. Irgendwie müssen wir dem Schuldner langsam ja mal auf die Spur kommen. Es wird sicherlich noch interessant werden.

Manchmal hat man Schuldner die gegen vor sie wären die Größten. Wobei das sicherlich nicht nur für Schuldner gilt. Genau so einen habe ich nun gerade auf dem Tisch, bzw. dessen Akte.

Der Schuldner ist selbstständig mit einer Gebäudereinigung. Laut Homepage ist er “Geschäftsführender Gesellschafter”, sein Unternehmen ist beim Amtsgericht Musterstadt unter der Nummer HRA 000000. Das Sekretariat ist zur Zeit nicht besetzt und angeblich hat er 10 Mitarbeiter. Die auf der Homepage veröffentlichten Kundenstimmen sind natürlich allesamt positiv.

Bohrt man nun etwas tiefer und besorgt sich einen Auszug aus dem Gewerberegister sieht man da, dass es sich hier um ein Einzelunternehmen handelt. Ein Amtsgericht Musterstadt gibt es ebenfalls nicht, genauso wenig wie es eine Eintragung im Handelsregister mit der Nummer HRA 000000 geben wird. Versucht man dann die Firma telefonisch zu erreichen melden sich wildfremde Menschen die von der Firma noch nie etwas gehört haben.
Ein Blick in das Impressum zeigt zudem, dass auch die Kundenstimmen nichts als heiße Luft sind. Die angegebene Firma ist, welch ein Zufall, die Firma, die die Homepage erstellt hat. Und auch die zweite Kundenstimme die angeblich von einer Privatperson kommt findet sich recht schnell. Diese Person arbeitet auch wiederum völlig zufällig als Grafiker bei der Firma, die die Homepage erstellt hat. Zufälle gibt es.

Ich bin mal gespannt was der Schuldner sagt, wenn ich ihn demnächst damit konfrontiere. Vielleicht kann er dann doch auf einmal bezahlen.

In einer Forderungssache wurden wir über Monate hinweg mit allen möglichen Ausreden vertröstet. Mal war die Bank schuld, weil diese die Überweisung nicht vorgenommen hat, mal hat man die falsche Kontonummer eingetragen, etc.
Eine Ausrede jagte die nächste. So viel kann eigentlich gar nicht schief gehen wie bei den Überweisungen der Schuldnerin.

Nun endlich, knapp 3 Monate nach dem ersten Telefonat hatte ich wider erwarten das Geld auf dem Konto. Zwar fehlten gut 36 Cent Zinsen, aber weder der Mandant noch ich haben Lust auch denen noch hinterher zu rennen.

Bei manchen Mandaten ist man froh, wenn man sie endlich und endgültig vom Tisch hat. Und das für gerade mal 45 €…

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