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Immer wieder kommt es vor, dass man mit einem Schuldner eine Ratenzahlung zur Tilgung seiner Schulden vereinbart.
Man kommt ihm etwas entgegen, vor allem dadurch, dass er nicht die gesamte Forderung auf einmal begleichen muss.
Der Dank dafür ist dann leider immer wieder, dass entweder die Vereinbarung gar nicht erst zurückgesandt wir oder dass sich der Schuldner nicht daran hält. Meistens herrschaft dann auch noch großes Unverständnis, wenn man später dann nicht mehr ohne weiteres zu Zugeständnissen bereit ist. Es sei einfach “dumm gelaufen” damals, aber man hätte sich wirklich daran gehalten wenn es irgendwie möglich gewesen wäre. Ausflüchte und Entschuldigungen sind dann schnell bei der Hand.

Das es aber, zumindest wenn man nie vor hatte, sich an die Vereinbarung zu halten, sie aber dennoch unterschrieben hat, deutlich teurer wird, wenn die Sache dann später doch noch per Mahnbescheid geltend gemacht werden muss, dass jedenfalls scheint sich niemand vorher zu überlegen. Zudem enthält eine Teilzahlungsvereinbarung immer auch ein Schuldanerkenntnis und zumeist auch noch die Passage, dass der Schuldner keinerlei Einwände oder Einreden erhebt. Er schneidet sich in diesem Falle somit selbst die Möglichkeit der Verjährungseinrede ab. Dies ist für ihn bitter, für uns jedoch selten ein Problem, da die Forderungen meist noch lange nicht verjährt sind.

Sicherlich lässt sich durch eine Teilzahlungsvereinbarung, die man in der Absicht abschließt, sie nie einzuhalten, etwas Zeit gewinnen, auf weitere Zugeständisse oder gar Verständnis muss man dann jedoch auch nicht mehr hoffen. Insgesamt dürfte die Rechnung eher für den Schuldner als für den Gläubiger schlecht aussehen. Der Schuldner hat sich sämtliche Einreden abgeschnitten, die Forderung anerkannt und auch noch die Kosten komplett übernommen, dafür hat er, im Besten Fall, ein paar Wochen gewonnen. Der Gläubiger hingegen hat zwar etwas Zeit verloren, dafür jedoch eine abgesicherte und unbestreitbare Forderung, die noch dazu mit momentan fast schon fürstlichen Verzugszinsen verzinst wird.

Auch hier gilt außerdem das Sprichwort: “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht”. Deshalb sollte man sich vorher überlegen, ob der vermeintlich gute Trick am Ende nicht vielleicht doch nach hinten los geht und man sich mehr Probleme eingehandelt hat, als das man einen Nutzen daraus ziehen könnte.


4 Kommentare zu Versprechen sind zum brechen da

  • “Zudem enthält eine Teilzahlungsvereinbarung immer auch ein Schuldanerkenntnis und zumeist auch noch die Passage, dass der Schuldner keinerlei Einwände oder Einreden erhebt.”

    Und ich dachte immer, solche Vereinbarungen seien ohnehin primär als Trickserei des Inkassounternehmers gedacht, um Wischiwaschi-Forderungen des Gläubigers klar abzusichern. Nur ungeschickte Schuldner unterschreiben blind vorgelegte Erklärungen und tappen so in die vorbereitete Falle.

    • So etwas kommt sicherlich auch vor, dass will ich gar nicht bestreiten, allerdings prüfen ich, soweit eben möglich, die Forderung vorher schon. Sollte sich dabei herausstellen, dass irgendetwas nicht sauber ist, lehne ich den Auftrag ab. Somit sind die Forderungen die ich beitreibe sauber und es passieren auch keine unangenehmen Überraschungen. Weder für den Schuldner noch für mich. Von Wischiwaschi-Forderungen kann hier also keine Rede sein.

  • Viele Vereinbarungen kommen bei Telefongesprächen zustande. Hier gibt es dann die Schuldner, die einer Vereinbarung zustimmen, um irgendwie das Telefonat zu beenden. Viele Schuldner stimmen in bester Absicht zu, obwohl sie eigentlich nicht leistungsfähig sind. Wie sieht mein Alternativvorschlag aus? Habe ich nicht. Ich fahre mit Betteln, hinterherlaufen und sich manchmal fast entschuldigen, daß man den Schuldner dazu bringen will, seinen Verpflichtungen nachzukommen, recht gut.

  • Tja, aber die Frage ist natürlich was es dem Gläubiger bringt ein Schuldanerkenntnis zu haben oder aber einen Titel durch ein Mahnverfahren, der Schuldner aber schlicht nicht leistungsfähig ist.

    Auch das soll es ja geben und dann hat an dem ganzen Spiel in der Regel lediglich das Inkassounternehmen verdient, das einmal die Gebühren für eine außergerichtliche Beitreibung und dann nochmal die Gebühren für die Gerichtsvertretung geltend machen kann.

    Der Gläubiger darf dann mit dem Titel 30 Jahre lang (glaube ich) dem Schuldner hinterherrennen und hoffen, dass der eventuell mal zu Geld kommt. Dieser nimmt Hartz 12 in Anspruch und parkt sein Geld auf einem P-Konto und sagt sich, mir doch wurscht.

    Die Zeche zahlt rein theoretisch zwar wirklich der Schuldner, aber im Endeffekt darf der Gläubiger als Auftraggeber löhnen, wenn bei dem nichts zu holen ist. Und so wirdt mit Inkasso- und Gerichtsgebühren aus einer 1000-Euro-Forderung, die man ja nicht mal eben so ausbucht, eine 2000-Euro-Sache die man dann nach 7 Jahren abschreiben kann, weil der Schuldner inzwischen Privatinsolvenz eingereicht hat und das Gericht festgelegt hat, dass der arme Kerl maximal 20 Euro im Monat auf die Forderung leisten kann, weil er ja noch so viele andere Gläubiger hat.

    Ob das dann sinnvoll ist, naja. Das ist keine Kritik an der Praxis des Inkassounternehmens, denn sie macht ja Sinn solange sich der Schuldner daran hält oder bei ihm was zu holen ist, mich würde aber mal interessieren, wieviele der Vereinbarungen-Nichtbefolger später die Hand heben und sagen: “Ich hab ja gar nix.”

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