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Es heißt ja immer wieder, dass Paare mehr miteinander reden sollten. Das würde der Beziehung gut tun, so zumindest die Ansicht einiger Psychologen. In der Regel stimmt das sicherlich auch.
Es würde aber sicherlich nicht nur der Beziehung gut tun, sondern es wäre eigentlich auch das Normalste der Welt.

Aber wie man immer wieder sieht, bzw. wie einem immer wieder Schuldner weismachen wollen, hält sich nicht jeder an diesen Rat.

Vor einiger Zeit telefonierte ich mit einer Schuldnerin, gegen die wir gemeinsam mit ihrem Verlobten einen Vollstreckungsbescheid als Gesamtschuldner erwirkt hatten. Die beiden hatten, wie sich auch mittlerweile im Strafverfahren gezeigt hat, vorsätzlich über eine Auktionsplattform Unterhaltungselektronik zu relativ günstigen Preisen verkauft. Nach Bezahlung durch die Käufer (insgesamt über 50 Geschädigte), wurden dann Telefonbücher per Paketdienst verschickt. Die Staatsanwaltschaft konnte beiden nachweisen, dass sie die Betrügereien gemeinschaftlich verübt hatten.
Die Schuldnerin teilte mir auf meine Frage hin, ob es den korrekt sei, dass ihr Verlobter zwischenzeitlich als Saisonarbeiter auf einer nahegelegenen Erdbeerplantage arbeitet, mit, dass sie dies nicht wüsste. Über „Geschäftliches“ redet er nicht mit ihr. Sie wisse auch nicht, womit er Geld verdienen würde oder ob er überhaupt etwas verdienen würde.

Da beide unter der selben Anschrift gemeldet sind fragte ich die Schuldnerin, die sich übrigens am Handy ihres Verlobten gemeldet hat, ob sie den nicht mehr zusammen wohnen würden. „Doch, selbstverständlich“, war die Antwort der Schuldnerin, woraufhin ich sie fragte, ob es den bei ihnen normal sei, dass sie nicht wisse, was er den ganzen Tag über tut und ob bzw. wo er arbeitet.

Für die Schuldnerin schien dies alles völlig normal zu sein. Sie erzählte mir dann noch, dass sie eine kleine Tochter hätten, er aber den ganzen Tag nicht zuhause sei und sie sich eigentlich auch noch nie Gedanken gemacht hat, wo er den sein könnte und ob er arbeitet. Sie hätten ja schließlich immer etwas Geld gehabt um über die Runden zu kommen. Woher das Geld kommt würde sie nicht besonders interessieren.

Im ersten Moment dachte ich auch, dass sie einfach nicht erzählen will, wo ihr Verlobter den nun arbeitet, jedoch stellte sich im Strafverfahren heraus, dass die Schuldnerin bei den ersten 2-3 Betrügereien nicht beteiligt war. Sie sagte damals sogar aus, dass sie ihn zufällig dabei gesehen habe, wie er Telefonbücher in Kartons packte und diese zur Post brachte. Daraufhin haben sie ihn dann gefragt, was er den da mache.
Die Schuldnerin war dann nach eigenen Aussagen nicht besonders abgeneigt, ihm zukünftig dabei zu helfen und die „Logistik“ für ihn zu übernehmen, während er sich um die Auktionen kümmern würde.

Anscheinend läuft dort also in Sachen Kommunikation nach wie vor so einiges schief. Da kann einem die Tochter eigentlich nur Leid tun, schließlich sind bei ihr die elterlichen Voraussetzungen für ein vernünftiges Leben nun wirklich nicht besonders gut. Man kann nur hoffen, dass sie, wenn sie dann alt genug ist, aus den Fehlern ihrer Eltern lernt und es besser macht.

Den Schuldner konnten wir zwischenzeitlich übrigens bei einer Firma in der Nähe aufspüren. Die umgehend ausgebrachte Vorpfändung sowie der anschließend zugestellte Pfändungs- & Überweisungsbeschluss veranlasste den Arbeitgeber wohl dazu, sich den Herrn mal zur Brust zu nehmen und ihm eindringlich klar zu machen, dass er seine Schulden endlich in den Griff bekommen muss, da er ansonsten keine großen Chancen auf einen unbefristeten Vertrag hätte. Vor einigen Tagen ging daher auch die erste Rate ein, da der Schuldner mit seinem Chef vereinbart hatte, dass dieser monatlich einen Teil des Gehalts einbehält und an uns überweist. Jetzt sind es noch gut fünf Monatsraten, dann ist die Sache endgültig vom Tisch. Endlich!

 


2 Kommentare zu Woher soll ich wissen, ob mein Verlobter arbeitet?

  • Das neue Design der Seite gefällt mir sehr gut.

    Ein Saisonarbeiter, 50 Betrogene, und dann alles in 5 Raten abbezahlt?

    • Vielen Dank.

      Laut seinen Aussagen war der Job dafür gedacht, die Schulden nach und nach abzubezahlen.
      Unsere Forderung war dabei noch eine der kleineren.

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