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Natürlich ist es schön, wenn man nach einiger Zeit ein Stück Papier in den Händen hält, auf dem steht, dass man in der einen oder anderen Sache Recht hat. Kaufen kann man sich davon aber noch lange nichts.

Aktuell haben wir einen Fall, in dem der Schuldner auf unser Aufforderungsschreiben hin eine Teilzahlung geleistet hat. Damit war fast die Hälfte der Hauptforderung erledigt. Nach einigen Schreiben die hin und her gingen, verlor unser Mandant die Lust auf Verhandlungen und beauftragte uns, gegen unseren Rat hin, mit der Beantragung eines Mahnbescheids.
Es kam wie es kommen musste. Die Gegenseite legte Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein und wir müssten nun die restlichen Gerichtskosten einzahlen, damit die Sache an das Streitgericht abgegeben wird.

Das Problem an der Sache ist nur, dass es sich um eine Leistung handelt, deren ordnungsgemäße Ausführung von der Gegenseite bestritten wird. Ein relativ komplizierter Sachverhalt, der doch arg ins Technische geht. Kurz: Ein Sachverhalt, über den man sich hervorragend streiten kann und bei dem die Chancen für einen Sieg vor Gericht weit unter 100 % liegen.

Der Mandant will nun eigentlich unbedingt Klagen. Betrachtet man jetzt aber die Sache mal rein aus wirtschaftlicher Sicht ist er wohl deutlich besser bedient, wenn er die Sache einfach auf sich beruhen lassen würde. Einen Teil der Forderung hat er schließlich bekommen. Rechnet man nun die zusätzlichen Gerichtskosten, sowie die Anwaltskosten zusammen kommt man auf eine Summe, die fast der Hauptforderung entspricht.
Bei diesem Sachverhalt ist allerdings eher davon auzugehen, dass es auf einen Vergleich hinausläuft. Schon alleine, um die Kosten durch Sachverständige etc. nicht noch weiter in die Höhe zu treiben.

Bei diesem Vergleich stehen die Chancen sicherlich nicht ganz schlecht, dass es auf 50 : 50 hinausläuft und die Parteien jeweils ihre Kosten selbst tragen.

Es würde also in dem Fall nicht viel von der Hauptforderung übrigbleiben, im Gegenteil. Im schlimmsten Fall zahlt der Mandant noch ein paar Euro drauf. Wirtschaftlich gesehen also völliger Unsinn, sich jetzt auch noch in einen Prozess zu stürzen, bei dem man wohl nicht unbedingt zu 100 % gewinnen kann.

Das probelm ist jetzt nur, dies dem Mandanten irgendwie schmackhaft zu machen. Ihm geht es, zumindest scheint es so, einzig und alleine ums Prinzip. Koste es was es wolle. Hauptsache er bekommt recht, wobei das mehr als fragwürdig ist.

Wir haben Ihm nun einmal unsere Empfehlung nahegelegt und vereinbart, in einigen Tagen noch einmal die Sache zu besprechen.
Hoffentlich hat er bis dahin seine Meinung geändert. Schon aus Eigeninteresse sollte er hier nicht mehr Geld reinstcken, wie unbedingt nötig.
Manchmal kommt eben doch die Wirtschaftlichkeit vor der Rechthaberei.


5 Responses to Zur Wirtschaftlichkeit einer Klage

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