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PrivatinsolvenzGenerell gilt während der Insolvenz das Verbot der Einzelzwangsvollstreckung. Damit sind während der Dauer der Insolvenz sämtliche Vollstreckungsmaßnahmen der Insolvenzgläubiger verboten. Dieses Verbot gilt allerdings nicht für sog. Neugläubiger, also Gläubiger, deren Anspruch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind. Diese Forderungen fallen auch nicht unter die Restschuldbefreiung.

Auf Grund der Abtretung der pfändbaren Einkommen an den Insolvenzverwalter, die Voraussetzung des Insolvenzverfahrens ist, hat man auch als Neugläubiger auch während der Wohlverhaltensphase relativ schlechte Chancen die Forderung realisieren zu können.

Dennoch gibt es eine Mögklichkeit, die hin und wieder zum Erfolg führen kann, wie folgender Fall zeigt:

Der Schuldner hatte vor einigen Jahren Privatinsolvenz beantragt. Das Verfahren wurde eröffnet und nach rund einem Jahr wieder aufgehoben. Die Restschuldbefreiung wurde dem Schuldner angekündigt und die Wohlverhaltensphase begann.

Mitte 2015 dann, weit nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, bestellte der Schuldner einige Waren bei unserem Mandanten. Diese bezahlte er jedoch nicht, so dass ein Titel gegen ihn erwirkt wurde.

Zwischenzeitlich ging der Schuldner dann bereits ins 5. Jahr seiner Wohlverhaltensphase. Die Zwangsvollstreckung in den Arbeitslohn würde nun, auf Grund der Abtretung definitiv ins Leere gehen. Wir pfändeten die Ansprüche jedoch trotzdem für die Zeit nach der Wohlverhaltensphase, da diese danach nicht mehr gilt. Zusätzlich pfändeten wir die Ansprüche des Schuldners gegen den Treuhänder/Insolvenzverwalter hinsichtlich des nach Ablauf von vier Jahren seit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens frei werdenden Lohnanteile in Höhe von 10 Prozent und des nach Ablauf von fünf Jahren  frei werdenden Lohnanteile in Höhe von 10 Prozent.

Auf diese Weise erhielten wir bereits während der Wohlverhaltensphase einen Teil der Forderung durch den Treuhänder ausbezahlt, den übrigen Teil erhielten wir dann nach Ende der Wohlverhaltensphase über die dann erstrangige Pfändung des Arbeitslohns durch den Arbeitgeber überwiesen.

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Thorben Wengert  / pixelio.de


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